Nach Kreml-Sperre: Russischer TV-Sender "Doschd" wieder in Betrieb

Der russische TV-Sender "Doschd" ist wieder in Betrieb. Die erste Ausgabe des Nachrichtenformats "Hier und Jetzt" mit Tichon Dsjadko teilte der Sender auf YouTube. (Bild: Screenshot YouTube)
Der russische TV-Sender "Doschd" ist wieder in Betrieb. Die erste Ausgabe des Nachrichtenformats "Hier und Jetzt" mit Tichon Dsjadko teilte der Sender auf YouTube. (Bild: Screenshot YouTube)

Wegen kritischer Berichte über den Ukraine-Krieg blockierten russische Behörden im März den Fernsehsender "Doschd". Nun sendet der Kanal erstmalig wieder - aus Lettland.

Der russische Fernsehsender "Doschd" (zu Deutsch "Regen") hat nach mehr als vier Monaten den Betrieb wiederaufgenommen. "Nach der erzwungenen Einstellung des Sendebetriebs im März ist es uns gelungen, unser Team und unsere Grundprinzipien beizubehalten: Wie in den vergangenen zwölf Jahren werden wir ohne Zensur und Manipulation berichten", heißt es unter einem YouTube-Video, das am Dienstag auf dem offiziellen Kanal des Senders hochgeladen wurde.

Der Sendebetrieb werde "schrittweise zurückkehren, zunächst mit Nachrichtensendungen und einigen Originalsendungen, dann mit weiteren Inhalten". Bereits für den Herbst seien mehrere neue Projekte geplant. Den Anfang machte am Dienstagabend das Nachrichtenformat "Hier und jetzt" mit Chefredakteur Tichon Dsjadko - ebenfalls auf YouTube, von wo aus das Unternehmen nun den Neustart wagen wolle. Bislang verzeichnet das Video mehr als 800.000 Aufrufe.

Zuvor hatte Dorschd am 3. März den Betrieb eingestellt, nachdem die Kanalwebseite von der russischen Medienaufsichtsbehörde gesperrt worden war. Der 2008 gegründete Sender hatte in Russland regelmäßig über die Opposition und verschiedene Protestbewegungen berichtet. Bereits 2014 war der Kanal im Zuge der Krim-Krise ins Visier der russischen Behörden geraten und seither nur noch über das Internet empfangbar.

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