Kreml-Kritiker Nawalny muss Geldstrafe wegen Verteilung von Flugblättern zahlen

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny und zwei seiner Unterstützer müssen wegen der Verteilung von Flugblättern eine Geldstrafe zahlen. Nawalny wurde aufgefordert, eine Strafe von 300.000 Rubel (etwa 4200 Euro) zu bezahlen, wie ein Gericht in Moskau am Donnerstag entschied. Seine Unterstützer erhielten eine geringere Geldstrafe.

Alle drei wurden für schuldig befunden, gegen Regeln für die Organisation einer öffentlichen Veranstaltung verstoßen zu haben. Anhänger Nawalnys wurden demnach aufgefordert, am 8. und 9. Juli auf die Straße zu gehen und in verschiedenen russischen Städten Flugblätter zu verteilen. Dutzende Anhänger des Oppositionspolitikers wurden an den beiden Tagen festgenommen.

Nawalny war im Juli nach einer 25-tägigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war inhaftiert worden, weil er nicht genehmigte Proteste gegen Staatschef Wladimir Putin organisiert hatte.

Nawalny will im kommenden Jahr bei den Präsidentschaftswahlen antreten. Die Wahlkommission erklärte aber im Juni, der Kreml-Kritiker könne wegen einer Verurteilung zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe wegen Veruntreuung nicht kandidieren. Nawalny hält die Verurteilung für politisch motiviert.