Kreml-Appell: "Spiele mit giftigen Substanzen stoppen"

Die russische Regierung hat die Vergiftungsfälle mit dem Kampfstoff Nowitschok als eine politische Intrige Großbritanniens bezeichnet. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion hergestellt. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte telefonisch gegenüber Euronews:

"Die britische Seite hat keine Beweise für eine russische Verwicklung in den Fall präsentiert, nur unfundierte Anschuldigungen. Wie Sie wissen, hat Russland von Beginn an eine gemeinsame Untersuchung mit den Briten angeboten, aber darauf keine Antwort bekommen." Sergej Jelezniak, Duma-Abgeordneter der Partei Geeintes Russland, die im Parlament über die absolute Mehrheit verfügt, brachte den neuen Nowitschok-Fall mit der Fußball-WM in Verbindung:

"Das passiert während einer Welle der Gefühle, die britische Fans in Russland erleben, während sie ihre Mannschaft bei der Weltmeisterschaft unterstützen. Dies stimmt nicht im Entferntesten damit überein, was britische Behörden und die britischen Medien über Russland sagen."

Das russische Außenministeriums sprach gegenüber der Agentur Tass von einem schmutzigen Spiel. Russland sei aber jederzeit zu einer gemeinsamen Untersuchung bereit.

Außenamtssprecherin Marija Sacharowa appelllierte in Moskau:

"Der Sicherheit der Bürger auf unserem Kontinent zuliebe rufen wir die Regierung von Theresa May auf, Intrigen und Spiele mit giftigen Substanzen zu stoppen."

Dass Nowitschok früher in der Sowjetunion produziert wurde, ist laut der britischen Regierung nur eine von mehreren Spuren nach Russland. Belege dafür gibt es nicht.