Kreise: Sprint-Mutter Softbank will jetzt Charter direkt kaufen

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Der japanische Mischkonzern Softbank kämpft offenbar weiter um eine Fusion seines US-Mobilfunkunternehmens Sprint mit dem Kabelkonzern Charter Communications. Nachdem Charter eine Fusion mit Sprint abgelehnt habe, plane die vom japanischen Milliardär Masayoshi Son geführte Gesellschaft jetzt eine direkte Offerte für Charter, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Das Gebot solle noch in dieser Woche vorgelegt werden.

In Deutschland ist das vor allem für die Deutsche Telekom spannend, die wiederum ein Interesse an einer Fusion ihrer US-Tochter T-Mobile US mit Sprint interessiert ist - zumindest unter bestimmten Bedingungen. Son wollte nach Bloomberg-Informationen eigentlich, dass Charter mit Sprint zusammengeht. Sollte Softbank eine Offerte für Charter abgeben, müssen die Japaner viel Geld auf den Tisch legen. Das Unternehmen ist an der Börse etwas mehr als 101 Milliarden Dollar wert und hat noch langfristige Schulden von rund 63 Milliarden Dollar.

Sollte Sprint mit Charter oder einem anderen großen Kabelanbieter wie Comcast fusionieren, wäre ein Zusammenschluss zwischen T-Mobile US und dem direkten Konkurrenten schwer - zumindest nicht zu den Bedingungen wie es sich die Deutsche Telekom wohl vorstellt. Einem "Handelsblatt"-Bericht im Juni zufolge wollen die Bonner ihr zuletzt glänzendes US-Mobilfunkgeschäft mit Sprint zusammenlegen, beanspruchen dabei aber die unternehmerische Führung. Sollte Sprint alleine in mögliche neue Fusionsgespräche mit T-Mobile US gehen, könnte das der Telekom gelingen.

Nach "Handelsblatt"-Informationen vom Juni liegt ohnehin noch kein offizieller Beschluss des Telekom-Aufsichtsrats für das Vorgehen vor, da die obligatorischen politischen Gespräche vor einem derartigen Vorhaben noch nicht abgeschlossen seien, hieß es unter Berufung auf das Umfeld des Vorstands und Aufsichtsrats. Die Telekom hatte sich offiziell bedeckt gehalten und wollte die "Handelsblatt"-Informationen nicht kommentieren.