Kreise: HVB-Chef Weimer ist Favorit für Chefposten bei der Deutschen Börse

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein namhafter Banker könnte neuer Chef der von einer Insideraffäre gebeutelten Deutschen Börse werden. Der momentane Vorstandssprecher der Münchener HypoVereinsbank, Theodor Weimer, sei Favorit für die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden Carsten Kengeter, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Weimer könnte demnach schon in den kommenden Tagen ernannt werden. Noch in dieser Woche treffe sich der Nominierungsausschuss der Deutschen Börse, um die Chefnachfolge zu besprechen. Es sei allerdings noch keine abschließende Personalentscheidung getroffen worden und weitere Kandidaten seien im Rennen, hieß es. Ein Sprecher der Deutschen Börse kommentierte den Bericht auf Nachfrage nicht. HVB-Chef Weimer steht seit 2009 der hiesigen Tochter der italienischen Großbank Unicredit vor und gehört zu den bekanntesten Bankern der Republik.

Kengeter hatte Ende Oktober die Konsequenz aus einer Affäre um möglichen Insiderhandel gezogen und seinen Rücktritt angekündigt. Der ehemalige Investmentbanker, der ebenso wie Weimer einst bei der Wall-Street-Größe Goldman Sachs arbeitete, räumt zum 31. Dezember seinen Posten. Deutsche-Börse-Aufsichtsratschef Joachim Faber hatte in einem Interview klargemacht, dass bis dahin ein Nachfolger gefunden sein soll.

Seit dem Frühjahr ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Kengeter wegen eines millionenschweren Aktienkaufs aus dem Dezember 2015 - gut zwei Monate vor dem Bekanntwerden der Fusionspläne mit der Londoner Börse LSE. Der Kurs zog an, wenngleich der Deal am Ende scheiterte. Aufsichtsrat, Vorstand und Kengeter persönlich hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.