Kreise: EU fordert weitere Zugeständnisse bei Bayers Monsanto-Übernahme

Trotz anhaltender Bedenken in Brüssel geht der Chemiekonzern Bayer weiterhin von einer Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto noch in diesem Frühjahr aus. Ein Rückzug von der geplanten Fusion ist für Vorstandschef Baumann keine Option

Bei der geplanten Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch Bayer verlangt die EU nach Angaben aus Verhandlungskreisen weitere Zugeständnisse. Brüssel habe Ende vergangener Woche in einem Schreiben Beschwerdepunkte aufgeführt, die zu einer Blockade der Fusion führen könnten, sagte eine Quelle der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Die weiteren Zugeständnisse müssten demnach über den angekündigten Verkauf eines Teils des Bayer-Geschäfts mit Saatgut und Herbiziden an den Konkurrenten BASF hinaus gehen.

Durch die Übernahme von Monsanto durch Bayer soll der größte Anbieter von Pestiziden und Saatgut weltweit entstehen. Die EU-Kommission hatte eine eingehende Prüfung der 56 Milliarden Euro schweren Monsanto-Übernahme im August gestartet. Sie hatte dabei auf Bedenken verwiesen, dass die Fusion den Wettbewerb bei Schlüsselprodukten für Bauern verringern könnte.

Im Oktober hatte Bayer angekündigt, im Zuge der Übernahme einen Teil seines Geschäfts mit Saatgut und Herbiziden an BASF abzugeben. Damit sollten bereits Vorbehalte aus Brüssel ausgeräumt werden. Vereinbart wurde ein Kaufpreis von 5,9 Milliarden Euro.

Bayer wollte die Übernahme ursprünglich dieses Jahr abschließen. Die EU-Frist für die Entscheidung über die Fusion endet am 5. März. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen könnte diese aber auch verlängert werden. Weder Bayer noch die Kommission wollten sich zu den Angaben äußern. Gegenüber Monsanto gibt es vielfach Vorbehalte, weil das Unternehmen neben dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auch gentechnisch veränderte Pflanzen herstellt.