Krause holt Double - WM-Ticket für Ehepaar Harting

Gesa Felicitas Krause zeigte sich gut erholt von ihrem WM-Sturz

Hindernis-Spezialistin Gesa Felicitas Krause hat bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt ein bemerkenswertes Double geholt.

Nach ihrem nie gefährdeten Sieg über 3000 m Hindernis am Samstag setzte sich die WM-Dritte am Sonntag auch gegen die Spezialistinnen über 5000 m durch.

In einem packenden Finish verwies die 24-Jährige nach 16:20,10 Minuten Hanna Klein (16:20,24/Schorndorf) auf Rang zwei. "Ich wollte mit zwei Titeln nach Hause fahren, es war ein tolles Rennen - ich bin super happy", sagte Krause. Deutschlands Jahresschnellste Konstanze Klosterhalfen (14:51,38/Leverkusen) konzentrierte sich in Erfurt auf die 1500 m. 

Nächster Harting-Sieg

Julia Harting (Berlin) sicherte sich zum zweiten Mal den deutschen Meistertitel im Diskuswerfen und damit auch die Fahrkarte zur WM in London (4. bis 13. August).

Die Ehefrau von Robert Harting, der am Samstag die Männer-Konkurrenz gewonnen hatte, siegte in Erfurt mit der Saisonbestleistung von 63,63 m vor Anna Rüh (Magdeburg/62,17) und Claudine Vita (Neubrandenburg/61,56).

Holzdeppe sucht nach Form

Vize-Weltmeister Raphael Holzdeppe ist vier Wochen vor den Titelkämpfen in London noch nicht in WM-Form.

Bei den deutschen Meisterschaften verpasste der 27-Jährige überraschend den Sieg, Holzdeppe meisterte in Erfurt nur 5,60 m und musste sich mit Rang zwei begnügen. Den Titel sicherte sich der erst 18-Jährige Bo Kanda Lita Baehre (Leverkusen), der ebenfalls 5,60 m überquerte - allerdings gleich im ersten Versuch.

Klosterhalfen glänzt

Senkrechtstarterin Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) holte bei den Meisterschaften in Erfurt mit einer Gala-Vorstellung den Titel über 1500 m. Im Alleingang rannte die 20-Jährige in 3:59,58 Minuten zum Sieg und zeigte sich rund vier Wochen vor der WM in London (4. bis 13. August) in beeindruckender Form.

Klosterhalfen, die mit riesigem Vorsprung Diana Sujew (Frankfurt/4:10,71) auf Platz zwei verwies, verfehlte ihre Anfang Juni in Rom erzielte Bestzeit (3:59,30) nur hauchdünn. Mit dieser liegt sie auf Platz drei der "ewigen" deutschen Bestenliste. In Erfurt pulverisierte Klosterhalfen den 40 Jahre alten Meisterschaftsrekord der Mainzerin Janice Merrill (4:06,5/1977).

Mit 20 Jahren und 110 Tagen gelang ihr als jüngster Läuferin der Geschichte zuletzt ein bemerkenswertes Triple: Die 800 m unter zwei Minuten (1:59,65), die 1500 m unter vier und die 5000 m (14:51,38) unter 15 Minuten zu laufen.  

Vetter schlägt Röhler

Speerwerfer Johannes Vetter (Offenburg) hat dem Olympiasieger Thomas Röhler (Jena) bei den deutschen Meisterschaften die Show gestohlen.

Vetter schockte die Konkurrenz gleich im ersten Versuch mit starken 89,35 m - Röhler konnte nicht mehr kontern. Der 25-Jährige musste sich am Ende mit 85,24 m als Zweiter geschlagen geben. Vetter und Röhler sorgten mit ihrem Duell für das sportliche Highlight in Erfurt.

"Wir respektieren uns sehr, Johannes hat stabil geworfen, es ist ein verdienter Sieg", sagte Röhler, der zuvor fünf Titel in Serie geholt hatte und Anfang Mai den deutschen Rekord auf 93,90 m verbesserte.

Er ist in diesem Jahr weltweit der einzige 90-Meter-Werfer, im Steigerwaldstadion kam er aber nicht richtig zurecht. Auch vor einer Woche in Paris in der Diamond League hatte Röhler gegen Vetter verloren.