Krankmacher: Das tut Stress dem Körper an

Dauerstress kann nicht nur zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. (Bild. ddp Images)

Ein hektischer Alltag, Leistungsdruck in der Schule oder am Arbeitsplatz und Ärger in der Familie – die meisten Menschen sind immer wieder privaten oder beruflichen Herausforderungen ausgesetzte, die Stress produzieren. So vielschichtig die Auslöser für die Hektik sind, so umfangreich ist die Liste der Auswirkungen auf unseren Körper.

Ständige Erreichbarkeit per Handy oder E-mail – auch außerhalb der Arbeitszeiten – machen das vollständige Abschalten im Feierabend praktisch unmöglich. Doch auf lange Sicht gerät der Körper durch den Dauerstress an seine Belastungsgrenzen und hinterlässt gravierende gesundheitliche Spuren.

Verdauung und Gewichtszunahme

Bei ständiger Belastung durch Stress wird die Durchblutung der Verdauungsorgane stark reduziert. Der Grund: Um kurzfristig leistungsfähiger zu sein, schüttet der Körper einen Mix an Hormonen aus, die benötigte Energie in Form von Zucker und Fetten zu produzieren. Dies erklärt den bei Stress so ungesunden Heißhunger auf Süßes und Fettiges. Eine Gewichtszunahme ist vorprogrammiert.

Diabetes

Um den Zucker dann in die Zellen zu transportieren, schüttet die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin aus. Hält dieser Zustand über Jahre hinweg an, steigt die Gefahr, an Diabetes zu erkranken.

Blutdruck und Herzfrequenz

In einer stressigen Situation wird kurzfristig mehr Energie gebraucht. Die erzeugt der Körper durch einen Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz – das Blut wird mit mehr Sauerstoff angereichert und zu den Muskeln umgeleitet. Hört die Belastung nicht auf, führt dieser Zustand zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schmerzhaften und teils chronischen Muskelverspannungen und Fehlhaltung, die sich von Schultern und Nacken bis hin in den Kopf ausbreiten können. Kopfschmerzen sind das Ergebnis.

Hautprobleme

Bei Stress neigt die Haut eher zu Entzündungen und Pickeln. Denn die Menge an körpereigenen antimikrobiellen Substanzen in der oberen Hautschicht nimmt rapide ab, sobald das Level des Stresshormons Cortisol ansteigt. Der Transport der im Körper produzierten Antibiotika in die Haut wird verhindert.
Das erklärt auch, warum sich viele Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte in Stressphasen verschlimmern.

Menstruation und PMS

Abgesehen davon, dass bei anhaltendem Stress die Menstruationsblutung unregelmäßig kommt oder komplett ausbleiben kann, verstärkt Stress häufig auch die Prämenstrualen Syndrome (PMS). Diese Symptome umfassen stärkere Krämpfe, Blähungen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen.

Sexuelles Verlangen

Insbesondere Frauen müssen oft einen Spagat zwischen Privatem, Beruflichem und einer Vielzahl anderer Anforderungen bewältigen. Dieser Dauerstress kann das sexuelle Verlangen stark mindern – insbesondere, wenn Frauen sich gleichzeitig um Kleinkinder, oder kranke Familienmitglieder kümmern oder mit chronischen Krankheiten fertig werden müssen. Häufig sind Beziehungsprobleme und sogar Depressionen das Resultat.

Stress, eigentlich ein psychischer Faktor, kann also Auslöser für vielschichtige Krankheitsbilder sein. Nicht selten werden Krankheiten durch eine lange Stressphase zum Ausbruch gebracht, die in einer ausgeglichenen Lebensphase nicht zum Vorschein gekommen wären.

Das können Sie tun! „Nein“ Sagen und Prioritäten setzen

Sie müssen nicht jede Aufgabe übernehmen, sei es im Berufsleben oder daheim. Versuchen Sie häufiger „Nein“ zu sagen und delegieren Sie stattdessen die Arbeit in Zusammenarbeit mit anderen. Ziehen Sie sich öfter mal aus dem Geschehen heraus und nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und Ihre Bedürfnisse – ganz ohne schlechtes Gewissen und vor allem ohne Laptop und Smartphone. Setzen Sie generell Prioritäten bei Dingen, die Ihnen gut tun. So entwickeln Sie ein gesundes Zeitmanagement und lernen, sich vor, in oder nach Stresssituationen besser zu entspannen.