Krankenhaus untersucht Weiterbehandlung von todkrankem britischen Baby

Im Fall des todkranken britischen Babys Charlie Gard gibt es womöglich neue Hoffnung: Das Londoner Krankenhaus Great Ormond Street untersucht nach Angaben von Freitag, ob der Säugling trotz höchstrichterlichem Beschluss zur Abschaltung der Geräte weiterbehandelt werden kann. Die Klinik erklärte, Forscher hätten neue Hinweise auf experimentelle Methoden zur Heilung des Kindes geliefert. Das Krankenhaus sowie Charlies Eltern seien der Meinung, dass man dem nachgehen müsse.

In der vergangenen Woche hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) geurteilt, dass dem zehn Monate alten Charlie Gard die Beatmung und andere Maßnahmen eingestellt werden müssten. Damit hatte sich Straßburg hinter eine Entscheidung der britischen Justiz vom April gestellt. Angesichts der neuen Hinweise findet nun am Montag eine erneute Anhörung vor einem britischen Gericht statt.

Das Baby leidet an einer seltenen genetischen Krankheit, sein Gehirn ist stark geschädigt. Die Ärzte und andere Experten hielten eine Heilung bisher für ausgeschlossen und beantragten die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte. Die Eltern Chris Gard und Connie Yates wehrten sich dagegen, ihr Kind sterben zu lassen. Sie wollen Charlie mit einer experimentellen Methode in den USA behandeln lassen und sammelten dafür bereits zahlreiche Spenden im Internet.