Müller über Alaba: "Ist doch schön, wenn es knistert"

SPORT1
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Borussia Mönchengladbach spielte sich bei Schachtjor Donezk regelrecht in einen Rausch.

Beim 6:0-Sieg in der Champions League überragen die Fohlen angeführt von einem eiskalten Alassane Pléa. (Service: Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

Durch den Dreier in der Ukraine übernimmt die Borussia in der Hammergruppe B die Tabellenführung - kein Wunder, dass sich die Gladbacher nach der Partie vollends zufrieden zeigten. Alle außer Christoph Kramer, der nach der Gala den Schiedsrichter aufsuchte. (Service: Die Tabellen der Champions League)

SPORT1 fasst die Stimmen von DAZN, Sky und den Pressekonferenzen zusammen:

FC Salzburg - FC Bayern 2:6

Jerome Boateng: "Es war das erwartet schwere Spiel. Wir hatten gute und schlechte Phasen. Am Ende haben wir gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Das zeichnet uns aus. Wir wollen immer gewinnen. Wir wussten, das Salzburg Pressing spielt und am Ende müde wird."

...zu David Alaba:? "Es ist Thema, aber er und wir konzentrieren uns aufs Wesentliche. Er hat ein super Spiel gemacht, wir stehen alle hinter ihm."

Thomas Müller: "Heute muss man sagen, dass die Fans auf ihre Kosten gekommen wären. Salzburg spielt sehr intensiv und risikoreich, ein bisschen wie wir. Es war klar, dass es ein Schlagabtausch geben kann. Salzburg war mutig, wurde teilweise dafür belohnt. Im Laufe des Spiels hatten wir das 3:1 verpasst, dann kommt der klassische Fußballerspruch: 'Wenn du vorne keinen reinmachst, dann kriegst du hinten einen rein" - dann wurde es nochmal spannend. Aber wenn du so wechseln kannst, hast du die Trümpfe auf deiner Seite."

...zu David Alaba: "Das Thema begleitet uns schon länger. Eigentlich gab es nichts Neues, der Vertrag ist immer noch nicht unterschrieben. Lassen wir uns von der Zukunft überraschen. Dar Gute bei David ist - unabhängig von den ganzen Situationen: Er bringt seine Leistung und lässt sich davon überhaupt nicht beeinflussen. Entsprechend ist er für die Truppe ganz wichtig, das hat er auch heute gezeigt. Alles andere ist ja auch interessant - sowohl für den Zuschauer als auch für uns bei Bayern. Wir wollen ja auch, dass sich was rührt, das meint man zumindest manchmal. Es ist auch schön, wenn es ein bisschen knistert. ich kann es ja verstehen, wenn Sie gerne darüber berichten, ich hab das früher auch gerne gelesen, als es noch hier "FC Hollywood". Da waren wir live dabei (lacht)

Schachtjor Donezk - Borussia Mönchengladbach 0:6

Lars Stindl: "Es war eine sehr gute Leistung heute, wir waren von Anfang an sehr konzentriert, sehr unangenehm gegen eine eigentlich technisch starke und spielstarke Mannschaft. Wir wollten giftig sein und eiskalt nach vorne. Natürlich ist uns einfach auch Vieles gelungen. Wir haben aus fast jeder Chance ein Tor gemacht und das Spiel relativ früh auf unsere Seite gezogen und sehr reif zu Ende gespielt. Trotzdem wissen wir, dass in drei Wochen wieder ein ganz anderes Spiel auf uns zukommt."

...zum Spielstil: "Das ist die Art und Weise, wie wir momentan Fußball spielen. Wir haben die Spiele von Donezk analysiert und wussten, was auf uns zukommt. Wir wussten aber auch, dass es Möglichkeiten gibt. Wir haben von Anfang an wenig Zweifel daran aufkommen lassen, was wir vor haben. Wir waren griffig und giftig im Anlaufen und haben Donezk sehr früh unter Druck gesetzt. Deshalb hatten wir Ballgewinne, haben dann zielstrebig zum Tor gespielt und die Tore auch gemacht. Und dazwischen auch mal eine Ballbesitzstafette aufgezogen, um Ruhe rein zu bekommen und das Spiel nicht zu hektisch zu machen. Das war insgesamt eine sehr reife Leistung von uns."

...zur Leistung von Pléa: "Pléa hat einen Sahnetag erwischt und uns auf die Siegerstraße geschossen."

Christoph Kramer: "Wir sind mit einem guten Plan reingegangen und konnten immer wieder gute Lösungen über die Außen finden. Wir wollten viel den Ball haben, um sie nicht ins Spiel kommen lassen. Wir haben eine unheimliche Wucht und Dominanz entwickelt. Wir wollten den ganzen Brasilianern die Lust am Spiel nehmen und das hat gut funktioniert."

...zu seinem Tor, das als Eigentor gewertet wurde: "Ich war gerade beim Schiedsrichter drin, der guckt sich das nochmal ganz genau an. Ich bin mir sicher, dass das noch für mich gewertet wird, weil der auch so reingeht. Das hat jeder gesehen."

...zum Start in die Gruppenphase: "Fünf Punkte hätten wir im Vorfeld alle unterschrieben. Natürlich wäre auch mehr drin gewesen, es war unglücklich gegen Inter und Real, dass wir die Spiele in der Nachspielzeit noch aus der Hand gegeben haben. Aber wir spielen jetzt nochmal gegen dieselben drei Mannschaften und die werden uns auf gar keinen Fall mehr unterschätzen. Das werden wieder ganz andere Spiele und wir müssen sehr auf der Hut sein, weil ihnen das nicht noch einmal passieren soll."

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Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Die Jungs waren von der ersten Minute da. Wir haben den Gegner unter Druck gesetzt. Bei den ersten Bällen, die wir gespielt haben, brauchten wir noch ein bisschen Justierung, aber dann kamen auch die Diagonalbälle hinter die Abwehr."

...zur Strafraumbesetzung: "Da arbeiten wir ständig dran. Das war in der Vorbereitung ein Thema, dann haben wir es zu Beginn der Saison etwas weniger gut gemacht und hatten zu wenige Spieler in der Box. Wir haben das dann angesprochen und hatten auch die eine oder andere Übung dazu im Training. Heute war unsere Positionierung gut: Wenn du über die Außen kommst mit den Außenverteidigern und die Flügelstürmer dann einrücken, hast du schnell viele Spieler im Strafraum. Unsere grundsätzliche Staffelung hat uns da heute sehr geholfen, viele Leute in die Box zu kriegen. Und dann geht es um die klassischen Räume: Erster Pfosten, zweiter Pfosten, Rückraum."

...zu seiner Halbzeitansprache: "Man steht trotz der Führung ständig unter Spannung und erzählt den Jungs in der Pause auch noch einmal vom Pferd und der Apotheke, um die Spannung hochzuhalten. Es ist Champions League und es ist und bleibt ein unangenehmer Gegner. In drei Wochen wird die Aufgabe eine andere. Aber heute haben wir eine Menge richtig gemacht - um nicht zu sagen: Fast alles."