Krakau, Edinburgh & Vilnius: Warum die Wirtschaft gerade in diesen Städten brummt

Regelrecht überflutet von hoch qualifizierten Leuten soll die Stadt Krakau sein. (Bild: Getty Images)

Es gibt viele Städte, die aus wirtschaftlicher Sicht total im Kommen sind: Lissabon, Moskau und Barcelona zählt das US-Wirtschaftsmagazin „Inc.com“ dazu, was angesichts des allgemein hohen Coolness-Faktors nicht wirklich überraschend ist. Aber auch Krakau, Edinburgh und Vilnius zählen dazu.

Noch gilt London als Hotspot der Unternehmer- und Start-up-Szene, doch spätestens nach vollzogenem Brexit wird sich das ändern. Branchenkenner gehen davon aus, dass es in Zukunft überhaupt keine eindeutigen Hochburgen der Technologie-Szene mehr geben wird. Vielmehr sei Dezentralisierung angesagt. Und die bringt auch Städte nach vorne, die bislang eher am Rand des Standort-Radars junger und erfolgreicher Unternehmer lagen.

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Eine davon ist laut dem US-Magazin „Inc.“ Krakau. Eine Stadt, die seit langem vom Outsourcing großer internationaler Firmen profitiert hat und in der unter anderem Weltfirmen wie IBM, UBS und Epam Systems ihre Produkte entwickeln lassen. Regelrecht überflutet von hoch qualifizierten Leuten soll die Stadt sein. Erst vor kurzem hat auch die amerikanische Software-Firma Qualtrics einen neuen Standort in Krakau bezogen, wo sie auf der Suche nach 200 neuen Ingenieuren ist. Ein weiterer Pluspunkt: Besonders günstige Mieten und weitere finanzielle Vergünstigungen, mit denen die lokale Regierung Unternehmen anlockt.

Nach San Francisco und Provo folgt auch schon Edinburgh

Im Schatten Londons ist eine weitere Stadt gewachsen, die Kreative nicht nur aus Großbritannien anzieht und sich selbst ein Standing in der Technologie-Szene erobert hat: Edinburgh. Wissenschaftler der örtlichen Universität haben erst kürzlich nachgewiesen, dass die schottische Hauptstadt nach San Francisco in Kalifornien und Provo in Utah die größte Dichte an Einhörnern aufweist. Start-ups also, die eine Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar haben. Mit Ecometrica beispielsweise hat eine hoch rentable Software-Firma einen Standort in der Stadt und auch der 1,9-Milliarden-Dollar-Verkauf der schottischen Reise-Website Skyscanner an die chinesische Firma Ctrip hat gezeigt, wie dick die ansässigen Unternehmen im Geschäft sind.

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Dass Google und Uber kürzlich Standorte im litauischen Vilnius eröffnet haben, hat auch diese Hauptstadt nach vorne geworfen. Ähnlich wie Krakau hat auch Vilnius lange vom Outsourcing internationaler Unternehmen profitiert, weshalb es an qualifizierten, potenziellen Mitarbeitern keinen Mangel gibt. Die örtlichen Universitäten sorgen für Nachschub und begünstigen damit den stetigen Zuwachs an neu gegründeten Unternehmen. Zudem ist das Internet außergewöhnlich schnell, Mieten und Lebenshaltungskosten hingegen sehr niedrig.

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