Krach zwischen VW-Chef und Aufsichtsräten schaukelt sich weiter hoch

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WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der wieder aufgeflammte Streit zwischen VW <DE0007664039>-Chef Herbert Diess und mehreren Mitgliedern des Aufsichtsrats verschärft sich offenkundig weiter. Kurz vor einer Informationsveranstaltung für die Belegschaft am Stammsitz Wolfsburg machten am Mittwoch neue Spekulationen die Runde, wonach der Manager mit dem Betriebsrat und dem Land Niedersachsen abermals aneinandergeraten sein soll. Dass der Vorstandsvorsitzende womöglich in Ungnade gefallen sei, wollte in Konzernkreisen niemand offen sagen. Aber die Stimmung, so hieß es bei mehreren Personen im Umfeld der Kontrolleure, sei denkbar schlecht.

Nach Informationen des "Handelsblatts" sollen führende Aufseher bei einer Besprechung in der vergangenen Woche Diess ihr Misstrauen ausgesprochen haben. Vorbereitet sei außerdem, dass sich der Vermittlungsausschuss im Aufsichtsrat mit der Vorstandsbesetzung befasse. Dass solche Verfahrensschritte förmlich schon eingeleitet worden seien, dementierte eine Quelle. Unabhängig davon und ganz allgemein sei man jedoch zunehmend irritiert vom Verhalten des Konzernchefs. Von anderer Seite hieß es, es liefen in einem kleineren Kreis vertrauliche und konstruktive Gespräche zum weiteren Vorgehen.

Der Haussegen bei Volkswagen <DE0007664039> hängt bereits seit einigen Wochen erneut schief. Betriebsräte bemängeln den Kommunikationsstil von Diess und fühlen sich von ihm laufend provoziert. Unterstützter des Managers halten mit Blick auf die Lage von VW am unterausgelasteten Standort Wolfsburg dagegen Weckrufe zur Kostensituation für angebracht.

Zu der für diesen Donnerstag geplanten Betriebsversammlung wollte er zunächst nicht kommen, sondern einen Termin bei US-Investoren vorziehen. VW-Betriebsratschefin und Aufsichtsrätin Daniela Cavallo kritisierte Diess deshalb ungewöhnlich scharf und warf ihm vor, sich gerade in der aktuellen Gemengelage aus Produktionsausfällen und Branchenwandel nicht für die Sorgen der Belegschaft zu interessieren. Später kündigte der Manager dann doch sein Erscheinen an.

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