Wird für Federer "Urlaubsbekanntschaft" zum Titel-Verderber?

Sportinformationsdienst (SID)
Roger Federer will bei den Australian Open seinen 20. Grand-Slam-Titel gewinnen

Roger Federer muss sich seine Errungenschaften nicht ständig vor Augen führen, dafür lebt der Superstar aus der Schweiz noch zu sehr in der Gegenwart. 

Aber manchmal, wenn er Freunde zu Gast hat, "ist es schon cool, die Olympia-Medaillen und Trophäen anzuschauen". Die sechste Ausgabe der Norman Brooks Trophy der Australian Open würde gut in Federers Sammlung passen, sie wäre sein 20. Grand-Slam-Pokal.

Im Endspiel am Sonntag (ab 9.30 Uhr im LIVETICKER) trifft Federer in seinem 30. Majorfinale auf seine "Urlaubsbekanntschaft" Marin Cilic (29), der schon im vergangenen Sommer im Endspiel von Wimbledon vergeblich versucht hatte, Federer den Tag zu verderben.

Finale weckt Urlaubsgefühle bei Federer

Im November waren sich Federer und der Kroate in den Ferien auf den Malediven zufällig über den Weg gelaufen. Sie nahmen ein paar Drinks, Federer lernte Cilics Verlobte und "den Menschen hinter dem Tennisspieler" besser kennen.

Und nach ein paar Tagen schlugen sie auch ein paar Bälle, um langsam den Rhythmus wiederzufinden. "Das Training in den Tropen hat uns hier ins Finale geholfen", scherzte Federer am Australia Day. Er hat derzeit allen Grund, bester Laune zu sein.

Im beinahe biblischen Tennisalter von 36 Jahren sucht der Maestro bei den Australian Open bislang vergeblich nach Gegnern. Und auch ein Blick auf die Statistik verrät: Alles andere als der nächste Federer-Triumph wäre eine große Überraschung.

Eine Pleite gegen Cilic schmerzt Federer noch immer

Von neun Duellen mit Cilic hat Federer acht gewonnen. Die einzige Niederlage liegt dreieinhalb Jahre zurück, doch die schmerzt Federer noch immer.

Im Halbfinale der US Open 2014 hatte ihn Cilic mit dem perfekten Spiel "zerstört" und wenig später seinen bislang einzigen großen Titel gewonnen. Seitdem ist Federer gewarnt, mehr aber auch nicht.

Bisher hat Federer im gesamten Turnierverlauf noch keinen echten Gegner gefunden, zum sechsten Mal zog er bei einem Grand Slam ohne den Verlust eines einzigen Satzes ins Finale ein. Im Halbfinale gab der fast 15 Jahre jüngere Südkoreaner Chung Hyeon nach 62 Minuten auf.

"Die Dinge müssen okay laufen, wenn ich in dieser Phase des Turniers noch keinen Satz verloren habe", sagt Federer.

"Federer läuft wie 25"

John McEnroe, ehemalige Nummer eins der Welt aus den USA und als TV-Experte enger Begleiter der Tour, ist nach wie vor fasziniert von der Leichtigkeit, mit der Federer nach einer Durststrecke wieder dominiert. "Er ist 36, aber er läuft wie 25. Es ist kein Scherz: Ich glaube, es ist sechs oder acht Jahre her, dass er sich so gut bewegt hat", sagte McEnroe bei Eurosport.

Vor genau einem Jahr hatte Federer nach einem halben Jahr Pause völlig überraschend in einem epischen Finale Rafael Nadal geschlagen und damit nach viereinhalb Jahren Pause seinen 18. Grand-Slam-Titel gewonnen. Inzwischen ist er bei 19 Trophäen angelangt. Er staunt selbst: "Was für eine unglaubliche Zahl."

Einen Platz für die Norman Brooks Trophy in seinem Pokal-Kabinett wird er wohl in jedem Falle finden.

SPORT1 begleitet das Herren-Finale im LIVETICKER.

Die Partie am Sonntag (28. Januar):

Rod Laver Arena:
1. Match (nicht vor 9.30 Uhr): Marin Cilic (Kroatien/Nr. 6) - Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) im LIVETICKER

Wo können Sie die Australian Open LIVE verfolgen?

Eurosport überträgt den ersten Grand Slam des Jahres auf seinen beiden TV-Sendern und im Livestream via Eurosport Player.

SPORT1 begleitet ausgewählte Spiele wie gewohnt im LIVETICKER.