Kostenlose Führungen: Mit dem „Kölsch-Pilger-Pass“ zu den Brauhäusern in der Altstadt

Anlässlich des „Internationalen Tag des Bieres“ wird die Aktion veranstaltet.

„Ich interessiere mich seit vielen Jahren für Köln und Kölsch. Die getrunkene Sprache macht mit Spaß“, sagt Gerd Krebber. Und so hat der 68-Jährige, der in 500 Sendungen für den WDR die Gaststätten Kölns und der Region getestet und zu ähnlichen Themen bislang drei Bücher veröffentlicht hat, auch gleich als Experte für eine spezielle Brauhaus-Wanderung zugesagt.

Kölsch ist sein Lieblingsgetränk

„Ich bin ja ein waschechter Imi, geboren und aufgewachsen in Dortmund, lebe seit 1971 in Köln, derzeit in Sülz. Und seitdem ist das Kölsch mein Lieblingsgetränk.“ Schließlich greife er überall, wo er gerade unterwegs sei, zu dem lokalen Getränk. in Düsseldorf daher auch schon mal zu einem Alt-Bier, „obwohl mir das eigentlich nicht schmeckt“.

Am „Internationalen Tag des Bieres“, am 4. August, steht nun eine recht informative und unterhaltsame Tour zu vier Kölschmarken und durch vier Brauhäuser in der Altstadt. Sion, Gilden, Peters und Dom. Ab 17 Uhr, und dann im 45-Minuten-Rhythmus, starten die kostenlosen Führungen.

Informationen über die Tradition einzelner Biermarken

Hierzu werden die angemeldeten Teilnehmer mit einem „Kölsch-Pilger-Pass“ ausgestattet, der in jedem der beteiligten Bauhauser abgestempelt wird. An den einzelnen Station erhalten die „Pilger“ allerlei Informationen über das kölsche Brauwesen an sich aber auch über die Tradition einzelner Biermarken und der verschiedenen Brauhäuser, die teilweise weit bis ins Mittelalter zurückreichen.

„Da habe ich eine schöne Geschichte zu erzählen“, sagte Krebber vorab bei einem Treffen mit den Köbessen der vier Brauhäuser am Donnerstag auf dem Alter Markt. „Ich weiß nämlich, wie während des Stapelrechtes das Alaaf und das Helau entstanden sind.“ Und das will Krebber dann im Brauhaus „Dom im Stapelhaus“ verraten.

Im Sion wartet WDR-Reporter Christian David mit Geschichten zur Familientradition, im „Gilden im Zims“ erklärt Braumeister Dieter Maiwald die Geheimnisse des Wunsch-Brunnens und im Brauhaus Peters plaudert die Moderatorin, Journalistin und Mitarbeiterin des „Kölner-Stadt-Anzeiger“ Monika Salchert mit den Kölsch-Fans. „Das Haus hat von mittelalterlicher Kneipe über Baumwollspinnerei und Sterne-Restaurant eine lange und schöne Historie, die man gut rüberbringen kann“, sagt Salchert. „Zudem ist es das erste Brauhaus mit einer Heinzel-Figur aus der Werkstatt der beiden Künstler Anton Fuchs und Heike Haupt vor der Tür. Dieser »Heinz Köbes« kommt bei vielen Passanten sehr gut an.“

Anmeldung per E-Mail ist erforderlich unter brauhauswandern@haus-koelscher-brautradition.de.

Die Brauhäuser der Tour

Das Sion-Brauhaus

Das Sion-Brauhaus in der Altstadt hat den ältesten Vorgänger. An der Adresse befand sich mindestens seit dem Jahre 1318 das Brauhaus „Unter Taschenmacher“. Damals wurde an der Straße – sie war der direkte Verbindungsweg zwischen dem Erzbischöflichen Palast am Dom und dem Rathaus der Stadt – das sogenannte Medebier gebraut, das mit Kräutern und Honig versetzt wurde. Die Ära der Familie Sion begann 1912. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das zerstörte Brauhaus wiederaufgebaut. Das Kölsch wird seitdem allerdings auswärts gebraut. Das Brauhaus betreibt heute Rene Sion in der vierten Generation.

Das Haus Heumarkt

Das Haus Heumarkt 77 war im Mittelalter Treffpunkt von Handwerkern und Kaufleuten, später ein Bürgerhaus. Erst 1920 eröffnete Johann Zims im Erdgeschoss eine Gaststätte. Da Sohn Hans Zims ein bekannter Radrennfahrer war, wurde die Kneipe zum Sportler-Treff. Nach umfangreicher Sanierung wurde 2009 das „Gilden im Zims“ eröffnet, heute auch eine Außenstelle des Karnevalsmuseums.

Das Peters Brauhaus

Das Peters Brauhaus an der Mühlengasse zählt zu den jüngsten Brauhäusern. Es ist erst 1994 in die Räume des früheren Gourmet-Restaurants „Chez Alex“ eingezogen. Allerdings hat eine kölsche Kneipe an dem Standort durchaus Tradition. Dort stand das Brauhaus „Zum Kranz“, das 1544 erstmals in den Steuerbüchern der Stadt erwähnt ist.

Dom im Stapelhaus

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Stapelhaus an der Frankenwerft mehrfach umgebaut – war mal Lagerhalle und Kaufhaus, mal Museum und zuletzt Stammsitz der Kreishandwerkerschaft. Die hat als Hausbesitzer im Sommer 2009 die Räume im Erdgeschoss an die Dom-Brauerei verpachtet – für das Brauhaus „Dom im Stapelhaus“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta