Kosten für die Pille: US-Amerikanerinnen bitten Präsident Trump zur Kasse

US-Bürgerinnen schicken Donald Trump aktuell ihre Rechnungen – sie wollen nicht wieder für Verhütungsmittel bezahlen müssen. (Bild: ddp Images)

US-Präsident Trump will die Kostenübernahme für Verhütungsmittel wie die Antibabypille und die Spirale streichen – Frauen schicken nun ihre Rechnungen direkt ins Weiße Haus, um ein Zeichen zu setzen.

US-Präsident Donald Trump will per Gesetz dafür sorgen, dass Bürgerinnen in den Vereinigten Staaten fortan wieder selbst für ihre Verhütungsmittel zahlen müssen. Ein inakzeptabler Schritt, wie viele finden – deshalb trudeln seit Kurzem zahlreiche Rechnungen im Weißen Haus ein, um dem Vorhaben der Regierung Paroli zu bieten.

Mithilfe der Kampagne „Keep Birth Control Copay Free“ (dt.: Zuzahlungen für Geburtenkontrolle sollen kostenlos bleiben“) rufen Unterstützer dazu auf, mithilfe eines Online-Generators eine Rechnung zu erstellen, die direkt an das Weiße Haus und das Gesundheitsministerium geschickt wird. Es ist ein symbolischer Akt, der aufklären soll: Es soll errechnet werden, wie hoch die finanzielle Belastung für Millionen von Frauen wäre, sollten sich Arbeitgeber künftig entscheiden dürfen, ob sie weiterhin eine Zuzahlung für Geburtenkontrolle anbieten oder das Angebot streichen wollen. 1,4 Milliarden US-Dollar müssten dann wieder von den Steuerzahlern aufgebracht werden.

62,4 Millionen Frauen in den USA müssten künftig wieder selbst für Maßnahmen zur Geburtenkontrolle aufkommen, sollte Trumps Änderung durchgesetzt werden. (Bild: ddp Images)

Barack Obamas „Affordable Care Act“, der auch unter dem Namen „Obamacare“ bekannt ist, ermöglichte US-Bürgern bisher eine erschwingliche Krankenversicherung und zahlreiche, vom Arbeitgeber unterstützte, Zusatzleistungen – darunter auch die Kostenübernahme für Maßnahmen zur Geburtenkontrolle. Die Pille kostet Frauen in den USA jährlich rund 600 US-Dollar (umgerechnet 507 Euro). Hormonimplantate und Spiralen sind mit 800 beziehungsweise 1111 Dollar noch teurer.

Prominente wie die Schauspielerinnen Kristen Bell, Martha Plimpton und Kate Walsh sowie die Journalistin Gloria Steinem unterstützen die Kampagne. Sie rufen dazu auf, eine Rechnung an den Präsidenten zu verschicken.