Kosovo feiert zehnten Jahrestag der Unabhängigkeit von Serbien

Kosovo feiert zehnten Jahrestag der Unabhängigkeit

Das Kosovo hat am Samstag den zehnten Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Serbien gefeiert. Die Hauptstadt Pristina war mit den blau-gelben Landesflaggen geschmückt, Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Konzert der aus dem Kosovo stammenden britischen Popsängerin Rita Ora.

Der kosovarische Präsident Hashim Thaci bezeichnete die Unabhängigkeitserklärung durch das Parlament als "glücklichsten Moment für uns alle als Volk". Regierungschef Ramush Haradinaj sagte bei einer Kabinettssitzung am Samstag, das Kosovo verkörpere den Wunsch der Menschen, "in Freiheit zu leben". Er räumte aber ein, dass der Aufbau eines modernen Staates noch nicht abgeschlossen sei.

Ab Samstagabend versammelten sich tausende Menschen zu einem Konzert der in Pristina geborenen Popdiva Rita Ora auf dem zentralen Platz der Hauptstadt. Das Kosovo habe einen langen Weg zurückgelegt, um diesen Tag feiern zu können, sagte die 27-Jährige vor ihrem Auftritt. "Ich glaube, es ist erst der Beginn einer unglaublichen Reise für unser Land."

Das mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnte Kosovo war nach dem Kosovokrieg mit 13.000 Toten und dem Ende der Nato-Luftangriffe im Jahr 1999 unter internationale Verwaltung gestellt worden. Am 17. Februar 2008 erklärte sich die frühere serbische Provinz einseitig für unabhängig. Mehr als 110 Länder weltweit, darunter die meisten EU-Staaten, erkannten die Unabhängigkeit an. Die Regierung in Belgrad betrachtet das Kosovo dagegen weiter als abtrünnige Provinz.

2011 waren unter EU-Vermittlung Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo begonnen worden. Sie kamen in den vergangenen zwei Jahren aber nicht mehr voran. Serbiens Außenminister Ivica Dacic sagte am Samstag, Belgrad sei "noch weit davon entfernt", das Kosovo anzuerkennen. Ohne ein Abkommen mit dem Kosovo könne "diese Frage nicht gelöst werden".

Die Proteste in Serbien fielen am Samstag jedoch verhalten aus. Lediglich einige Dutzend Demonstranten versammelten sich in Belgrad. Vor zehn Jahren war es wegen der Loslösung des Kosovo von Serbien zu wütenden Massenprotesten in der Stadt gekommen, in deren Verlauf die US-Botschaft in Belgrad in Brand gesetzt wurde.

Das Kosovo zählt zu den ärmsten Ländern Europas, etwa 40 Prozent der 1,8 Millionen Einwohner leben in Armut. Die Arbeitslosigkeit in dem Kleinstaat liegt bei rund 30 Prozent, unter Jugendlichen sogar bei 50 Prozent.