KORREKTUR/U-Boot: Ermittlungen bei Marine und früherer Ferrostaal-Filiale

dpa-AFX

(In der Überschrift und in den ersten beiden Sätzen wurde in der Meldung vom 21.12. berichtigt, dass die Durchsuchung in einer früheren Ferrostaal-Filiale in Argentinien erfolgte. Bereits Ende 2016 war diese Filiale nach Angaben von Ferrostaal verkauft worden und heißt nun FS Print & Projects. Tippfehler und ein Vorname wurden ebenfalls berichtigt.)

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Die argentinische Justiz hat im Zusammenhang mit dem verschollenen U-Boot "ARA San Juan" das Hauptquartier der Marine in Buenos Aires und die frühere Filiale des deutschen Unternehmens Ferrostaal durchsucht. Diese Filiale war nach Angaben von Ferrostaal bereits 2016 verkauft worden und heißt nun FS Print & Projects.

Die Maßnahme hatte der Bundesrichter Sergio Torres am Mittwoch (20. Dezember) angeordnet. Es gehe um den Verdacht, dass bei einer Überholung in Argentinien des in Deutschland gebauten U-Bootes Korruption im Spiel gewesen sein könnte. Die "ARA San Juan" ist seit dem 15. November mit 44 Besatzungsmitgliedern an Bord im Südatlantik spurlos verschwunden. Für die Menschen an Bord gibt es keine Hoffnung mehr.

Eine Abgeordnete der Regierungskoalition von Präsident Mauricio Macri hatte am Freitag Anzeige gegen drei ehemalige Verteidigungsminister aus der Zeit der früheren Präsidenten Néstor Kirchner (2003-2007) und dessen Frau, Cristina Fernández de Kirchner, (2007-2015) erstattet. Sie sollen demnach bei der Generalüberholung des U-Boots zwischen 2005 und 2011 Verträge ohne Ausschreibung vergeben haben, bei denen es zu Korruption gekommen sein könnte.

Die Aufträge hätten unter anderem die deutschen Unternehmen Ferrostaal und Hawker GmbH zur Lieferung von Batteriezellen für das elektrisch angetriebene U-Boot begünstigt. Ferrostaal hatte vor einer Woche Spekulationen über Unregelmäßigkeiten zurückgewiesen.

Das 66 Meter lange U-Boot war im Auftrag Argentiniens 1983 in Deutschland gebaut worden. Es war bei einer Routinefahrt im Südatlantik verschollen. Meeressonden hatten eine Explosion an Bord registriert. Zuvor hatte die Besatzung über einen angeblich kontrollierten Schwelbrand in den Batterien des U-Boots berichtet. Beim Auftauchen war Wasser über den Schnorchel eingedrungen und hatte in den Bug-Batterien einen Kurzschluss verursacht.