KORREKTUR/'SZ': Preisunterschiede nach Geschlecht: Verbraucherzentralen mahnen

dpa-AFX

(Zahl im 2. Satz berichtigt: "fast 60", ergänzt der "untersuchten" Produkte)

BERLIN (dpa-AFX) - Viele Produkte oder Dienstleistungen sind nach einem Medienbericht für Männer und Frauen unterschiedlich teuer. Bei 4 Prozent der Produkte und fast 60 Prozent der untersuchten Dienstleistungen gebe es nach einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes entsprechende Preisunterschiede, meist zulasten von Frauen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch). Die ihr vorliegende Studie wird an diesem Mittwoch in Berlin vorgestellt.

Die Verbraucherzentralen fordern die Politik zum Handeln auf. "Wir meinen, dass von staatlicher Seite Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, die höhere Preise für Verbraucherinnen erschweren", sagte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. "Ein erster Schritt wäre eine freiwillige Selbstverpflichtung. In zwei, drei Jahren sollte man noch einmal bewerten, was passiert ist. Falls keine Verbesserung eintreten sollte, fordern wir die Politik auf, weitere Schritte zu prüfen."

Die Hamburger Verbraucherschützer haben bei stichprobenartigen Untersuchungen von Drogerieprodukten Preisaufschläge für Waren festgestellt, die für Frauen gedacht sind. Die Studie der Antidiskriminierungsstelle ist mit mehr als 2000 untersuchten Produkten und Dienstleistungen deutlich umfassender.

Der "Süddeutschen" zufolge zahlen im Schnitt Frauen für einen Kurzhaarschnitt 12,50 Euro mehr und für die Reinigung einer Bluse 1,80 Euro mehr als für ein Herrenhemd. Allerdings ergab die Studie auch eine durchschnittlich 15 Minuten längere Arbeitszeit an einer solchen Damenfrisur, und der Textilreinigungsverband wird in der Studie mit dem Hinweis zitiert, dass weibliche Rüschenblusen aufwendiger zu bügeln seien als Herrenhemden.

Die Verbraucherschutzministerkonferenz der Länder hatte schon im April 2016 ein Gutachten zur Größenordnung geschlechtsbedingter Preisunterschiede angefordert. Das Bundesjustizministeriums will es in der ersten Jahreshälfte 2018 vorlegen.