Kopfschmerzen: So erkennt ihr, ob zu wenig Flüssigkeit die Ursache ist

Elena Bruess,Jason R. McKnight
·Lesedauer: 4 Min.

Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom von Dehydrierung. Wusstet ihr aber auch, warum? Wenn ihr zu wenig getrunken habt, führt der Flüssigkeitsverlust dazu, dass sich die Blutgefäße in eurem Gehirn vorübergehend zusammenziehen. Und das kann Kopfschmerzen auslösen.

Zwar sind Kopfschmerzen durch Dehydrierung kein medizinischer Notfall, jedoch sind sie ein Zeichen dafür, dass euer Körper nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist. Das kann das Risiko für ernstere Erkrankungen wie Hitzeerkrankungen, Harnwegsinfektionen und Krampfanfälle erhöhen.

Wie fühlen sich Kopfschmerzen bei Dehydrierung an?

Bei jedem Menschen können die Dehydrationskopfschmerzen anders verlaufen. Oft haben die Betroffenen aber ein pochendes Gefühl auf beiden Seiten des Kopfes, sagt Bradley J. Uren, Professor in der Abteilung für Notfallmedizin an der Michigan Medicine. Damit unterscheidet es sich von anderen Kopfschmerzen wie:

  • Sinus- oder Stauungskopfschmerzen, die oft Druck- oder Gesichtsschmerzen in den Wangen und der Stirn verursachen.

  • Spannungskopfschmerzen, bei denen es sich anfühlt, als ob ein enges Band um euren Kopf liegt.

  • Migräne, die pulsierende Schmerzen auf einer Seite des Kopfes oder um die Augen herum verursacht.

Bei vielen Menschen können körperliche Anstrengung und bestimmte Positionen wie liegen oder sitzen dazu führen, dass sich ein Dehydrationskopfschmerz schlimmer anfühlt, sagt Uren. Auch die folgenden Symptome deuten darauf hin, dass es sich um Dehydrationskopfschmerz handelt:

  • Müdigkeit

  • Ein trockener Mund

  • Verwirrung oder Delirium

  • Verstopfung

  • Schwindel oder Benommenheit

  • Durst

Wer unter ständigen Kopfschmerzen oder plötzlichen starken Schmerzen leidet, sollte Uren zufolge sofort zum Arzt gehen. Es ist besonders wichtig, in diesem Fall sicherzustellen, dass es sich bei den Kopfschmerzen nicht um etwas viel Ernsteres handelt, wie ein Aneurysma oder einen Schlaganfall.

Wie entstehen Dehydrationskopfschmerzen?

Unser Körper besteht zu 55 bis 78 Prozent aus Wasser. Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil dessen, was uns am Leben hält. Im Laufe des Tages verlieren wir Wasser über Urin und Schweiß und nehmen Wasser durch Trinken und Essen auf. Aber manchmal verliert unser Körper mehr Flüssigkeit, als er aufnimmt. Dies führt zu einer Dehydrierung, die sich auf den gesamten Körper auswirkt.

Dehydration führt insbesondere dazu, dass sich das Gehirn leicht zusammenzieht, höchstwahrscheinlich aufgrund schrumpfender Blutgefäße. Dadurch kann es zu Unbehagen und Kopfschmerzen kommen, sagt Uren. Die Kopfschmerzen können durch leichte, mittelschwere oder schwere Dehydrierung hervorgerufen werden, aber das ist von Person zu Person verschieden. Ein größeres Risiko für Dehydrierung besteht unter anderem in folgenden Fällen:

  • Erbrechen oder Durchfall, beispielsweise bei einer Lebensmittelvergiftung oder Grippe

  • Körperliche Aktivität und Schweißverlust

  • Hitze und erhöhte Sonneneinstrahlung

Wie werden Dehydrationskopfschmerzen behandelt?

Dehydrationskopfschmerzen halten je nach Person unterschiedlich lange an. Die Forschung hat aber festgestellt, dass je nachdem, wie viel ihr trinkt, die Kopfschmerzen innerhalb von 30 Minuten bis drei Stunden verschwinden. Hier sind vier Schritte, die ihr befolgen solltet, um einen Dehydrationskopfschmerz zu behandeln:

Trinkt Wasser: Die wichtigste Maßnahme zur Behandlung von Dehydrationskopfschmerzen ist es – klar – mehr Wasser zu trinken. Eine Studie aus dem Jahr 2004 ergab, dass Probanden, die mindestens 500 ml bis 1000 ml Wasser tranken, innerhalb von 30 Minuten eine Linderung ihrer Kopfschmerzen verspürten und ihre Kopfschmerzen nach ein bis drei Stunden verschwunden waren.

Nehmt Elektrolyte zu euch: Elektrolyte sind essentielle Mineralien wie Natrium und Kalium, die wir durch Schweiß verlieren. Besonders für Ausdauersportler oder Menschen, die in der Hitze im Freien arbeiten, sind Getränken mit Elektrolyten, wie Gatorade oder Powerade, hilfreich, um Symptome der Dehydrierung zu beheben. Ihr solltet aber auch Wasser trinken, weil dieses für die Hydratation wichtiger ist als Elektrolyte allein. Das liegt vor allem auch daran, dass die meisten Menschen mit ihrer täglichen Ernährung ohnehin genügend Elektrolyte zu sich nehmen, sagt Grace Fjeldberg, Ernährungsberaterin an der US-amerikanischen Mayo Clinic.

Nehmt rezeptfreie Schmerzmittel: Die Einnahme von Medikamenten wie Ibuprofen oder Paracetamol kann bei Kopfschmerzen helfen. Doch Fjeldberg betont, dass das Problem damit auf Dauer nicht in den Griff zu bekommen ist. Flüssigkeitszufuhr sollte das erste Mittel der Wahl sein.

Erholung: Wenn ihr an einem heißen Tag Dehydrationskopfschmerzen verspürt, solltet ihr euch laut Uren einen schattigen oder kühlen Platz zum Ausruhen suchen und Wasser trinken, bis ihr euch wieder in der Lage fühlt, weiter zu trainieren oder andere Aktivitäten durchzuführen.

Wie ihr Dehydrationskopfschmerzen vorbeugt

Die einzige Möglichkeit, Dehydrationskopfschmerzen vorzubeugen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Für Männer bedeutet das 15,5 Gläser Flüssigkeit pro Tag und für Frauen 11,5 Gläser Flüssigkeit. Diese Menge kann über pures Wasser gedeckt werden, aber auch über andere Getränke wie etwa Fruchtsäfte oder Tee.

Auch in Mahlzeiten steckt immer etwas Wasser – in Eintöpfen oder Suppen natürlich mehr als in Pasta. Tatsächlich besteht rund ein Fünftel der täglichen Flüssigkeitsaufnahme aus wasserreichen Lebensmitteln wie beispielsweise Staudensellerie oder Joghurt.

Und ganz wichtig: Vermeidet Getränke mit Alkohol oder Koffein, da diese zwar flüssig sind, aber zur Dehydrierung beitragen – und so eure Kopfschmerzen möglicherweise sogar verschlimmern können.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.