Konzert: "Portugal. The Man" spielen in Berlin zu viel Zitat-Pop

"Portugal. The Man" auf der Bühne (Archivbild)

Das muss man erst mal bringen: ein Konzert zu beginnen mit "Another Brick in the Wall" von Pink Floyd und zu beenden mit "Don't look back in Anger" von Oasis. Das Ego der Herren von "Portugal. The Man" ist offenbar nicht gerade klein. Ihre Musik auch nicht. Sie haben sich auf fünf Alben in zehn Jahren vom nerdigen Irgendwas-Core zu einer Art in die Charts gesickerten Hipsterband gemausert. Das Berlin-Konzert musste wegen Andrangs in die Columbiahalle verlegt werden.

Beruhigend, dass der über weite Strecken recht sperrige Zitat-Pop von Portugal. The Man so viele Fans zieht. Sie geben sich auch alle Mühe, hallentauglich zu sein. Der Bass patscht, das Schlagzeug zeckt, die Gitarren jaulen und dengeln. Sänger John Gourley Stimme wird absichtlich näselnd durch Effektgeräte gejagt. Hinter der Band – in schwarz-weißem Slackerlook inklusive Tankwart-Basecaps – flackern psychedelisch gemeinte Blasen über eine sehr große Leinwand. Nackte Schaufensterpuppen schweben gen Himmel, streicheln Dinge, die wie Sauriereier aussehen, nicken im Takt mit den Köpfen. Da durfte sich ein Visual Designer mal so richtig austoben.

Und auch wenn Portugal. The Man im Prinzip alles richtig machen, hört man die ganze Zeit über einen Riss zwischen dem Anspruch, kluge Musik zu machen, die Avantgarde mit Mainstream versöhnt, und dem simplen Gefühl: Haben sie diesen Song nicht vor zehn Minuten schon mal gespielt? Überhaupt: darf man das, so dreist eine Basslinie von den Red Hot Chilly Peppers nehmen und einen gan...

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