Konzert in Berlin: Die Toten Hosen machen den Admiralspalast zum Bierzelt

Gerhart Polt und Campino auf der Bühne

Campinos bewährte Rockstarposen, die gekreuzten Beine, der Fuß auf der Monitorbox, das Herumschlenkern mit dem Mikrofonständer, wirken irgendwie eingezwängt. Die Toten Hosen spielen heute Abend mal nicht im Stadion, sondern auf der theatererprobten Bühne des Admiralspalastes. "Im Auge des Trommelfells" heißt das Motto des Hausmusikabends, bei dem die Düsseldorfer Deutschpunks mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern (vormals Biermösl Blosn) Mundart-Kabarett, Rock und Volksmusik miteinander fusionieren. Die bayerisch-rheinische Verbindung entstand bereits vor 30 Jahren, als die unterschiedlichen Musiker gemeinsam gegen die geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf bei einem Festival aufspielten.

Unter den Instrumenten des heutigen Auftritts finden sich neben dem obligatorischen Schlagzeug und zwei Akustik-Gitarren auch eine Harfe, ein Hackbrett, eine Solo-Pauke und eine Zither. Der 75-jährige Polt führt in der Rolle des "Herrn Schikaneder" durch den Abend, ein Janker tragender Talentsucher, der den "jungen Musikern zum Erfolg verhelfen", sie sogar "ins Frühstücks-Fernsehen bringen" möchte.

Von Anfang an herrscht ein genussvolles Miteinander voll Humor, Selbstironie, und bei einer routinierten Band wie den Toten Hosen besonders schön: Spielfreude. Man wirft sich gegenseitig die Bälle zu, spöttische Gstanzl werden im fliegenden Wechsel mit volkstümlich aufbereiteten Hosen-Songs wie "Wannsee" (mit Harfe) oder "Wünsch dir was" (mit Klarinette und Tuba) kombiniert. Gitar...

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