Konzert in Berlin: Norah Jones im Tempodrom: Wie ein langsam fließender Fluss

Norah Jones im Tempodrom

Der Anzahl der mitfilmenden Handy nach zu urteilen ist "Don't know why" noch immer der absolute Publikumsliebling – dieser Song, der den leichtfüßigen, etwas verträumten Jazz-Pop-Sound prägte, der Norah Jones im Jahr 2002 berühmt machte. Jones spielt ihn an diesem Abend im Tempodrom abgeklärt und transparent, begleitet von einer sehr filigranen Backing Band. Sie wirkt mit Ende 30 nicht mehr ganz so modellverdächtig wie früher, ihre Stimme ist einen Tick kratziger geworden. Und beides steht ihr gut.

In den – retrospektiv betrachtet – seltsam verwaschenen frühen Nuller Jahren war Jones eine Art Pendant zum Surfer-Songwriter Jack Johnson: hochwertige, entspannte Musik, die niemandem weh tat, die aber auch Leute hörten, die sonst eher Indierock mochten. Ihr Debütalbum "Come Away with Me" war eine Konsensplatte im besten Sinn. Kurze Zeit und diverse Grammy-Auszeichnungen später aber plätscherte Norah Jones durch jede zweite Starbucks-Filiale. Da fings an zu nerven. Was auf gute Art unbeschwert daher gekommen war geronn zu Milchcafémusik (kein Rassismus intendiert!). Auch ein Schicksal, das Jones mit Johnson teilte.

"Dangescheen" - Norah Jones lässt die Musik sprechen

Die nächsten 15 Jahre hat Norah Jones versucht, sich wieder aus den Starbucks-Läden rauszusingen, ohne zu verleugnen, dass sie – auch als virtuose Pianistin – vom Blues, vom Jazz, von der Ballade herkommt. Nach Wendungen zu Folk und Country, nach Kollaborationen mit so grundverschiedenen Musikern wie Ray Charles, Willie ...

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