Konzert in Berlin: Helge Schneider und sein Spiel ohne Regeln in der Waldbühne

Helge Schneider bei seinem Auftritt in der Waldbühne

Auf der Bühne herrscht Anarchie. Zumindest ein bisschen. Denn einen Ablaufplan gibt es nicht, Soli werden wild durch die Band gestreut, und jedes Lied weicht ab von seinem Original. Dazwischen gibt es Anekdoten, Witze, Blödeleien. Man weiß nie, was als nächstes passiert, weder die Zuschauer, noch die Band.

Nur einer, der weiß es: Liedermacher und Komiker Helge Schneider. Dass es bei seinen Auftritten kein Konzept gibt, das ist sein Konzept. Und genau das macht ihm Spaß, das merkt man ihm am Freitagabend in der Waldbühne an. Dort ist er nach achtzehn Jahren wieder aufgetreten, zusammen mit der fünf-köpfigen Band, die Schneider schon einige Jahre begleitet. "240 Years of Singende Herrentorte!" hat er den Abend getauft, betiteln kann man ihn nicht. Denn ein Konzert ist es nicht. Eine Comedyshow ist es nicht. Irgendwo dazwischen fühlt Schneider sich wohl.

Es ist der Mix aus Improvisation, aus Musik und den Schneiderschen Märchen, der ihm gefällt. Vielleicht hat er deswegen vor kurzem angekündigt, keine CDs mehr zu produzieren, keine Bücher zu schreiben, keine Filme zu drehen. Er will nur noch auf der Bühne stehen, hatte er da gesagt. Das tun, was ihm die größte Freude macht.

"Ein wunderschöner Tag geht zu Ende in einer wunderschönen Stadt mit wunderschöner Musik", sagt Schneider zu Beginn, das Publikum johlt. Dass Schneider, der Ende des Monats 62 Jahre alt wird, ein musikalischer Virtuose ist, das ist kein Geheimnis mehr. Erst dieses Frühjahr hat der Mühlheimer eine Jazz-Platte auf...

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