Konzert in Berlin: Erlösende Harmonien bei den Fleet Foxes in der Columbiahalle

Die Fleet Foxes auf der Bühne in Berlin (Archivbild)

Berlin. Schatten tanzen auf der Leinwand. Einer sieht so aus, als würde er kraftvoll die Gitarre spielen, während ein anderer auf einem Schlagzeug trommelt. Der Saal ist in dunkelrotes Licht getaucht, als das Publikum mit erwartungsvollem Applaus beginnt. Erst vor wenigen Monaten spielten die Fleet Foxes im ausverkauften Festsaal Kreuzberg, diesmal sind sie in der gefüllten Columbiahalle in Tempelhof. "Das ist schon eher zeitlose Musik", sagt ein Besucher zu seiner weiblichen Begleitung. Recht hat er, denn diese Musik ist überwältigend, orientiert sie sich eben nicht an normierten Pop-Schemata, sondern besticht durch kunstvolle Arrangements.

Mit dem Opener "I Am All That I Need" des aktuellen Albums eröffnen die Sechs das Konzert und ziehen vom ersten Gitarrenklang an ihr Publikum in einen scheinbar magischen Sog. 20-, 30- und 40-Jährige, aufgewachsen mit Punk, Rock, Pop oder Techno, stimmen in die Folk-Choräle der Band ein. Das hat etwas Himmlisches, wie sie da dicht an dicht gedrängt singen.

Jedes Mal, wenn man den Eindruck hat, die Musik zu verstehen, wird man von einem neuen Element überrascht. Dabei nutzen die US-Amerikaner alle stilistischen Mittel - sei es harmonisch, rhythmisch oder dynamisch. Da ist zum Beispiel das galoppierende Schlagzeug in "Grown Ocean", zu dem die Zuschauer die Arme heben und tanzen, einen Song später wähnen die Gitarren einen in einer staubigen Prärie, während bei "Your Protector" viele die Augen schließen und sich den melancholischen Zeilen hingeben. De...

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