Konzert in Berlin: Arrested Development feiert im Bi Nuu ein Wohlfühl-Fest

Arrested Development kommt ohne Macho-Attitude aus

Es kommt nicht auf die Größe an. Zumindest an diesem Abend in Berlin. Eigentlich sollte Arrested Development im Astra spiele. Das war mit seiner Kapazität von 1500 Personen wohl zu groß, also zog man in das nicht mal halb so große Bi Nuu unter dem U-Bahnhof Schlesisches Tor um. So richtig trauert man dem Astra an diesem Abend nicht nach. Dicht gedrängt steht das Publikum beieinander, fast schon auf der Bühne, man fühlt sich unmittelbar als Teil der siebenköpfigen Hip-Hop-Kombo. Als große Gemeinschaft.

Beim Opener "Give a Man a Fish" singt das Publikum noch mit zurückhaltener Stimme, beugt halbherzig die Kniekehlen, um schon wenige Songs später hunderte Fäuste in die Luft zu recken und zur Revolution aufgerufen. "A conscious baby for a black resistance, I feel the rain enhances the revolution", rappt es gemeinsam mit Frontmann Speech. Während Sängerin Tasha Larae, mit langem Rock und einem schwarzen T-Shirt mit dem Aufdruck "Racism sucks", sinnlich und liebevoll – so will man es nennen – tanzt, ist Montshow Eshe eine schiere Energieexplosion. Mit Muscheln um die Hüften, Leoparden-Bustier und roter Mähne bewegt sie ihren Körper so dynamisch, so feminin, so schnell, dass man sich unweigerlich sehr alt und sehr unbeweglich fühlt.

"Wir machen das seit gut 30 Jahren. Wir sorgen dafür, dass alles klappt", verspricht Speech. Mehrmals erkundigt er sich, ob auch alles okay sei und es allen gut gehe – empathisch, fast fürsorglich. Ein Kontrast zur sonst oft, sagen wir einmal, robusten Hip...

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