Konzert in Berlin: Arcade Fire machen Überwältigungsmusik auf der Kindl Bühne

Win Butler (r.), Sänger der kanadischen Indie-Rockband Arcade Fire

"Die einzig coole Stadionband" hat jemand Arcade Fire neulich genannt – dieses achtköpfige Wesen aus Kanada, das 2003 als Geheimtipp begann und sich mit nur vier Alben in Größenordnung Wuhlheide katapultiert hat. Sprich: 17.000 Zuschauer, ausverkauft.

Arcade Fire können es sich sogar leisten, mit Beak das trancige Seitenprojekt von Portishead-Basser Geoff Barrow als Vorband zu besetzen. Die stimmen gut ein auf die Mischung aus Tanzbarkeit und leicht verdrogtem Klanggeflimmer, die auch Arcade Fire so vollendet beherrschen. Nur dass bei ihnen noch das große Rock-Pathos dazukommt, plus catchy Refrains: alles also, was ein Stadion füllen kann, nicht nur zahlenmäßig.

So divers wie die musikalischen Einflüsse der Band ist auch ihr Publikum: Frauen in übergroßen stone-washed Jeansjacken aus den 80ern, dünne Kerle mit Designerbrille und Baseball-Kappe und auch nicht so dünne mit unglaublich derben 70er-Koteletten. Das alles zwischen 20 und 50. Als die Sonne zwischen Berliner Kiefern versinkt und es schlagartig kühl wird steigt die Band auf die Bühne: die breiten Eröffnungsakkorde der neuen Single "Everything Now" vom kommenden Album schmettern durch die Wuhlheide. Auf den Rängen wird sofort gestanden, und das ändert in den nächsten zwei Stunden auch nicht mehr.

Die großen, wilden Gesten des Rock'n'Roll

Statt Videoleinwände haben Arcade Fire Umhängekeyboards und Baritonsaxophone dabei, statt ausgetüftelter Choreografie ein lustiges Durcheinanderhüpfen, Instrumentetauschen, sich im Kreis d...

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