Konzern Vale zahlt nach Dammbruch in Brasilien 5,8 Milliarden Euro Entschädigung

Jordi MIRO
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Rettungskräfte suchen Überlebende nach Dammbruch 2019

Das brasilianische Bergbauunternehmen Vale hat sich zur Zahlung von umgerechnet 5,8 Milliarden Euro für die Folgen eines verheerenden Dammbruchs vor rund zwei Jahren bereiterklärt. Das Geld solle die "sozialen und ökologischen" Schäden der Katastrophe im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais kompensieren, bei der mindestens 270 Menschen gestorben waren, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Es ist der Regierung von Minas Gerais zufolge die größte Schadensersatzsumme, die jemals in Lateinamerika gezahlt wurde.

Durch den Dammbruch an einem Rückhaltebecken der Vale-Eisenerzmine nahe der Kleinstadt Brumadinho waren im Januar 2019 13 Millionen Kubikmeter giftigen Bergbauschlamms in die Umgebung geflossen. Es war eines der schwersten Industrie-Unglücke in der Geschichte Brasiliens.

Vor dem Gericht in Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaates, protestierten Medienberichten zufolge Betroffene der Katastrophe. Sie schätzen die Summe der Schäden weit höher ein. Kritiker der Einigung erwägen daher, vor das oberste Bundesgericht zu ziehen.

Der Einigung zufolge muss Vale rund 1,4 Milliarden Euro direkt an Betroffene auszahlen. Das Gericht ließ die Möglichkeit für weitere individuelle Schadensersatzklagen offen. Die Regionalregierung hatte zunächst auf rund 8,5 Milliarden Euro geklagt. Die Summe der Einigung "könnte wenn nötig weiter erhöht werden", hieß es in einer Stellungnahme der Regierung.

Zu den Projekten, die Vale finanzieren muss, gehört eine umfangreiche Säuberung des Paraopeba-Flusses sowie ein Wiederaufforstungsprogramm.

Vale war bereits im Juli 2019 dazu verurteilt worden, für alle Schäden der Katastrophe aufzukommen. Eine konkrete Summe legten die Richter allerdings nicht fest. Den Hinterbliebenen der Opfer hatte das Unternehmen damals nach eigenen Angaben umgerechnet rund 430 Millionen Euro gezahlt.

Laut Staatsanwaltschaft war Vale der instabile Zustand des Damms bewusst. Auch die brasilianische Filiale des TÜV Süd war in die Katastrophe verwickelt, weil sie den Damm im Auftrag von Vale im September 2018 begutachtet und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt hatte.

fwe/lan