Kontrovers diskutiert: „Casa Utopia“ – Ein Haus gegen den Müll am Deutzer Rheinufer

Das Müll-Haus hat der Künstler HA Schult gestaltet.

Am Rheinufer neben der Deutzer Brücke und mit Blick auf den Dom und die Altstadt haben der Kölner Künstler HA Schult und seine Muse Elke Koska ein Eigenheim mit fünf Zimmern aus Holz, Müll und Fundsachen aufgebaut – zwölf Meter lang, zehn Meter breit, sieben Meter hoch.

Diese „Casa Utopia“ oder auch „Save the World-Hotel“ stand zuvor schon in Rom in der Nähe des Vatikans und in der Innenstadt von Madrid. Köln ist die dritte Station diese Projekts, mit dem das Künstlerpaar auf die zunehmende Vermüllung der Umwelt aufmerksam machen will.

Die Fassade des auf Sand gebauten Holzhauses ziert ein buntes Sammelsurium an Fundsachen, die an den Stränden in Italien und Spanien, Belgien und Holland angeschwemmt und dann von Studenten am Strand eingesammelt wurden – darunter Plastikmüll in allen Farben, Formen und Größen, Autoreifen und Teppiche, Spielzeug und Kleidungsreste, Werbetafeln, Kofferteile und vieles mehr.

Casa Utopia kann ab jetzt für drei Wochen besichtigt werden

„Die Casa Utopia ist ein Porträt des Mülls aus ganz Europa, den wir in unseren Atelierräumen in Troisdorf aufbereitet haben“, erläuterte Koska am Donnerstag bei der Eröffnung des mit gefundenen Möbeln eingerichteten Hauses, das nun drei Wochen lang besichtigt werden kann. Die Kölner werden diese Casa Colonia sicher lieben, glaubt Schult – genau wie das Flügelauto auf dem Stadtmuseum oder die bunte Weltkugel auf dem DEVK-Versicherungsgebäude.

„Es ist ein Super-Projekt für die Stadt Köln“, sagt Andreas Hupke, der Bezirksbürgermeister aus der Innenstadt. Das wird bei der Stadt nicht überall so gesehen. Schließlich hatte sich der Kunstbeirat um den Vorsitzenden Kay von Keitz eindeutig gegen die Casa Colonia ausgesprochen.

„Die Arbeiten von Herrn Schult haben seit den 70er Jahren für die Kunstwelt eine immer geringere Bedeutung“, heißt es in der Stellungnahme des Beirats, der durch diese Aktion „einen erneuten Rückschlag für das Ansehen der Stadt“ befürchtet. Schult konterte, dass der Kunstbeirat das „Überflüssigste ist, was die Stadt Köln hat“ und dass dieser die Stadt „kulturell ruinieren“ wolle.

Müll-Haus soll für menschenwürdigen Wohnraum für Obdachlose werben

Dabei wollen Schult und Koska mit ihrem Müll-Haus auch für menschenwürdigen Wohnraum für Obdachlose werben. Die Künstler unterstützen mit einigen ihrer Kollegen schon seit einigen Jahren die Idee des GAG-Sprechers Dirk Kästel, ein gemeinsames Haus für Künstler und Obdachlose zu bauen und haben auch jetzt wieder eine ganze Reihe ihrer Arbeiten gestiftet.

„360.000 Euro sind schon an Spenden zusammen“, sagt Kästel. „Die Pläne sind bereits in Arbeit, und ein mögliches Grundstück ist auch in Sicht.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta