“Konstruktiv” oder “keine Vision”: Reaktionen auf May-Rede

Konstruktiv sei die Rede von Theresa May gewesen, teilt der Unterhändler der EU mit, der Franzose Michel Barnier. Allerdings müsse die Rede nun auch zu entsprechenden Verhandlungspositionen führen, damit es in den Brexit-Gesprächen vorangehe.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagt, drei Dinge müssten zuerst einmal geklärt werden: die Bedingungen für EU-Bürger, die in Großbritannien leben, dann die finanziellen Bedingungen des britischen EU-Austritts und schließlich die Frage der Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland. So lange diese drei Punkte nicht geklärt seien, könne man auch den ganzen Rest nicht angehen.

Scharfe Kritik an May kommt von Nigel Farage, dem bekanntesten britischen EU-Gegner, einst Führer der Unabhängigkeitspartei UKIP. Er wirft ihr vor, sie wolle die Europäische Union nur dem Namen nach verlassen. Großbritannien bleibe in allen jetzigen Strukturen, nur unter anderem Etikett.

Er sei für ein globales und wettbewerbsfähiges Land, ohne europäische Gesetze, so Farage weiter: May habe dafür aber nicht den Wunsch oder auch nicht die Weitsicht.

Nicht Neues sieht der britische Oppositonsführer Jeremy Corbyn von der Labour-Partei: Mays Rede sei nicht das Ergebnis von Verhandlungen mit der EU, sagt er, sondern in ihrer eigenen Partei.