Konsortium will künstliche Insel für Windenergie in der Nordsee bauen

dpa-AFX

BAYREUTH/HAMBURG (dpa-AFX) - Ein internationaler Firmenverbund will im nächsten Jahrzehnt in der Nordsee eine oder mehrere künstliche Inseln errichten. Auf diesen soll die dort erzeugte Windenergie gesammelt, verteilt und eventuell in Gas umgewandelt werden. Als fünfter Partner sei nun der Hafen von Rotterdam beigetreten, der über Erfahrungen in der Landgewinnung aus dem Meer verfüge und diese Fachkenntnis beisteuern wolle, teilte das Konsortium Windenergie-Verteilkreuz Nordsee (North Sea Wind Power Hub Consortium) am Dienstag mit. Das Konzept sei eine attraktive Perspektive für die Entwicklung eines großräumigen nachhaltigen Energiesystems in der Nordsee.

Bislang sind der niederländische Netzbetreiber Tennet, seine deutsche Tochtergesellschaft, das Gasnetzunternehmen Gasunie und der dänische Netzbetreiber Energinet in dem Konsortium dabei. Es stehe aber weiteren Partnern offen, sagte ein Tennet-Sprecher.

Die Klimaziele der EU erforderten eine umfangreiche Erschließung von Offshore-Windenergie. Die Prognosen für die Jahre 2040 oder 2045 gingen von Kapazitäten von mehr als 100 Gigawatt in der Nordsee aus, sogar von bis zu 180 Gigawatt. Das wären 18 000 Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils zehn Megawatt. Heute haben die stärksten Anlagen am Markt acht Megawatt.