Darum konkurriert Frankfurt plötzlich mit Bayern und Real

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Darum konkurriert Frankfurt plötzlich mit Bayern und Real
Darum konkurriert Frankfurt plötzlich mit Bayern und Real

Ben Manga ist bei Eintracht Frankfurt in diesem Sommer vom Chefscout zum Direktor Profifußball aufgestiegen.

Der 47-Jährige hat Toptalente wie Daichi Kamada, Luka Jovic, Sébastien Haller, Evan N’Dicka oder Tuta an den Main gelotst, sie alle konnten sich bei den Hessen weiterentwickeln und teilweise für millionenschwere Beträge verkauft werden.

Doch der Teich, in dem die Eintracht seit Jahren taucht, ist kleiner geworden. Oder besser gesagt: Der Teich ist noch immer voller Talente - doch die Anzahl der Taucher, die nach Perlen suchen, hat sich enorm vergrößert. (Alles Wichtige zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

Auch Bayern und BVB Konkurrenz bei Talent-Suche

Das Scouting-Team der Frankfurter, welches stets zwischen 15 und 18 Mitarbeitern umfasst, ist geforderter denn je. (Alles Wichtige zur Bundesliga)

An Fabio Blanco etwa hat Manga über ein Jahr gebaggert. Der 17 Jahre alte Spanier kam ablösefrei vom FC Valencia, die Eintracht setzte sich gegen Teams wie Juventus Turin, den FC Barcelona oder Olympique Marseille durch.

Auch der FC Bayern und Borussia Dortmund beschäftigten sich – mehr oder weniger intensiv – mit Blanco.

Salihamidzic erklärt Bayern-Transferstrategie

Die Corona-Krise hat Umsätze halbiert und Einnahmen schrumpfen lassen.

Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic ließ daher im kicker durchblicken, wie die neue Strategie der Münchner aussieht: "Wir können nicht nur sogenannte Toptransfers machen, sondern müssen Kaderspieler verpflichten, in denen wir spezifische Entwicklungspotenziale sehen, und wir müssen den von Jochen Sauer sehr gut geführten Campus noch intensiver einbeziehen. Auf der Basis dieser drei Säulen werden wir ein international konkurrenzfähiges Team zusammenstellen." (Bericht: Das ist Glasners Plan mit Frankfurt)

Auch bei der Eintracht hat man SPORT1-Informationen zufolge bereits registriert, dass die sogenannten End-Vereine immer intensiver nach Talenten spähen. Der FC Bayern, Real Madrid, Juventus Turin oder FC Barcelona müssen noch besser haushalten, noch früher die Stars von morgen oder übermorgen entdecken und verpflichten. (Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

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Eintracht hat sich zu gehobenen Ausbildungsverein entwickelt

2016 noch, nachdem die Frankfurter den Klassenerhalt in der Relegation erreichten, waren die Frankfurter von solchen Sphären weit entfernt.

Die Eintracht holte sich für ein Jahr auf Leihbasis Talente wie Jesús Vallejo oder Ante Rebic und setzte auf kurzfristige Verstärkung. Geld war keines vorhanden, Kreativität gefragt. In der Not frisst der Teufel eben Fliegen.

Doch nach Erfolgen in DFB-Pokal, Bundesliga und Europa League und hohen Transfererlösen sind die Frankfurter inzwischen ein gehobener Ausbildungsverein. Sie wollen fördern und dann bei einem Verkauf dementsprechend partizipieren, reine Leihgeschäfte ohne Kaufoption wird es nur noch im Notfall geben (Luka Jovic im vergangenen Halbjahr).

Dieses Konzept geht jedoch nicht auf, wenn die Münchner oder Madrilenen ihre Rohdiamanten für ein oder zwei Jahre in Frankfurt parken und dann zurückholen.

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Eintracht setzte Ausrufezeichen mit Akman und Blanco

Es sind also völlig neue Rahmenbedingungen für die Eintracht, die bei Fabio Blanco oder Ali Akman, den auch englische Klubs holen wollten, Ausrufezeichen setzen konnten.

Nicht umsonst denken die Frankfurter über ein weiteres Top-Talent wie Yusuf Demir nach. Branchen-Insider erkennen gar einen "Dortmunder Weg".

Der BVB, der mit Jadon Sancho wieder einen Topdeal gelandet hat, sucht global nach den hoffnungsvollsten Talenten, formt diese und verkauft sie abschließend für viel Geld. Die Eintracht fährt inzwischen ebenfalls auf dieser Spur mit und greift frühzeitig zu. (Bericht: Warum die Personalie Kostic so knifflig ist)

Chancenlos ist der hessische Traditionsverein daher jedenfalls nicht mehr im Rennen um Juwelen – auch wenn die Konkurrenz inzwischen nicht mehr nur aus Gladbach oder Hoffenheim, sondern auch aus München und Barcelona kommt.

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