WWE-Boss kündigt Konkurrenz-Liga für NFL an

Im Jahr 2000 kündigte McMahon zum ersten Mal eine Konkurrenz-Liga zur NFL an

Die NFL bekommt wieder Konkurrenz. 

Vince McMahon, der schon 2001 eine alternative American-Football-Liga gestartet hatte, ruft die XFL zurück ins Leben. Der Chef des Medienunternehmens WWE (World Wrestling Entertainment) gab den Neustart des Projekts in einem Videostream live via Twitter bekannt. 


Einige Fragen ließ der 72-Jährige Unternehmer noch offen. SPORT1 listet die wichtigsten Erkenntnisse auf: 

Wer steckt hinter dem Projekt?

Vince McMahon ist dieses Mal der einzige Geldgeber bei der Neuauflage der XFL. Der Wrestling-Papst träumt schon lange von einem zweiten Anlauf in Sachen Football. "Ich wollte das seit dem Tag machen, an dem wir die erste XFL gestoppt haben", erklärte der Vorsitzende von WWE. Allerdings ist die XFL ein Alleingang McMahons, der eigens die Firma Alpha Entertainment gründete - die WWE kehrt also nicht ins Football-Business zurück. In der Vergangenheit hatte McMahon neben der XFL auch schon die World Bodybuidling Federation gestartet. Diese war aber ebenso wie sein Expansions-Versuch im Football gescheitert.

Wann soll es losgehen?

Der Startschuss ist für Januar 2020 geplant. Anders als beim ersten Versuch vor rund 17 Jahren will McMahon das Projekt diesmal nicht überstürzt angehen - und sich selbst so wie den neuen Teams Zeit zur Vorbereitung geben. 

Was will McMahon anders machen?

McMahon will den Football nicht neu erfinden, aber er will ihn merklich verändern. Vor allem will er ihn Zuschauer-freundlicher machen. Eines der Hauptziele daher: Ein Spiel soll nicht mehr als zwei Stunden lang sein. Unter anderem soll möglicherweise auf die Halbzeit-Pause verzichtet werden. In der NFL können Spiele über drei Stunden lang sein. Außerdem soll für den Zuschauer ein völlig neuer Blickwinkel auf das Spiel möglich sein. Konkret wurde McMahon in diesem Punkt nicht. 

Wie viele Teams? Wo wird gespielt?

In der ersten Saison sollen acht Mannschaften gegeneinander antreten, die Saison wird zehn Wochen lang sein. Gespielt wird - so McMahons Plan - in bereits existierenden Football-Stadien. Oder alternativ in Baseball-Stadien. 

Hymnen-Proteste in der XFL? 

Auch wenn er es nicht explizit sagen wollte: McMahon stellte klar, dass die Spieler in seiner neuen Liga bei der Hymne zu stehen hätten. In der NFL knien seit Monaten immer wieder Football-Stars aus Protest gegen die sozialen Missständen in den USA während der US-Hymne. 

"Die Menschen wollen sich nicht mit sozialen und politischen Themen beschäftigen, wenn sie auf Entertainment aus sind", erklärte McMahon. "Wir wollen, dass Leute, die auf die Knie gehen, das während ihrer eigenen Zeit machen." Die Frage ob Colin Kaepernick, mit dem die Hymnen-Proteste begannen, in der XFL unterkommen könnte, ließ McMahon offen.

Wahrscheinlich ist es allerdings nicht. Der WWE-Boss pflegt seit vielen Jahren eine enge Beziehung zu US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte die Hymnen-Proteste immer wieder aufs Schärfste verurteilt. 

Manziel in der XFL?

Spieler wie der ehemalige Skandal-Quarterback Johnny Manziel sind in der XFL nicht erwünscht. McMahon machte deutlich, dass Spieler mit einem kriminellen Hintergrund keinen Platz in seiner Liga hätten. 

Wo wird die XFL zu sehen sein?

Einen Medienpartner hat McMahon noch nicht. Denkbar seien sowohl Kooperationen mit den etablierten TV-Unternehmen in den USA sowie die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Facebook oder Amazon.