Kongos größte Oppositionspartei ernennt Sohn des Gründers zum neuen Parteichef

Die größte Oppositionspartei in der Demokratischen Republik Kongo hat Felix Tshisekedi zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt und für die Präsidentschaftswahl im Dezember nominiert

Die größte Oppositionspartei in der Demokratischen Republik Kongo hat den Sohn des Parteigründers Étienne Tshisekedi zu ihrem Vorsitzenden gewählt und als Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Dezember nominiert. Er sei überzeugt, dass "die UDPS in diesem Jahr an die Macht kommen wird", sagte Felix Tshisekedi am Samstag nach seiner Wahl. Sein Vater war eine bestimmende Figur der Politik im Kongo, er starb im vergangenen Jahr in Brüssel.

Mithilfe seiner Partei wolle er "das Land wieder aufrichten", sagte der neue Parteivorsitzende. Kongos neuer Staatschef soll am 23. Dezember gewählt werden, nachdem der Termin bereits zweimal verschoben wurde.

Der amtierende Präsident Joseph Kabila hätte 2016 nach seiner zweiten Amtszeit abtreten sollen, blieb aber mithilfe umstrittener Gesetze an der Macht und will sie erst abgeben, wenn ein Nachfolger gewählt ist. Der Streit um Kabilas Zukunft hat zu Protesten geführt, deren brutale Niederschlagung dutzende Tote zur Folge hatte.

Eine aktuelle Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstitutes Berci und der Kongo-Forschungsgruppe an der New York University ergab, dass 69 Prozent der Wähler der Wahlkommission nicht vertrauen. 80 Prozent haben demnach eine negative Meinung von Kabila.

Étienne Tshisekedi hatte mehrere Ministerämter inne, bevor er 1982, zum Höhepunkt der Herrschaft von Präsident Joseph-Desire Mobutu, die Partei Union für Demokratie und sozialen Fortschritt (UDPS) gründete. Die Partei ist seitdem in der Opposition und erlebte mehrere interne Spaltungen.

Neben Felix Tshisekedi hat auch der im Exil lebende Oppositionspolitiker Moise Katumbi seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl angekündigt. Katumbi erwartet bei der Rückkehr in seine Heimat eine dreijährige Haftstrafe wegen eines Grundstücksgeschäfts, weswegen er die vergangenen drei Jahre im belgischen Exil verbrachte.