Kongos Ex-Vizepräsident Bemba als Präsidentschaftskandidat nominiert

Der ehemalige Vizepräsident der Demokratischen Republik Kongo, Jean-Pierre Bemba, ist von seiner Partei als Kandidat für die Präsidentschaftswahl im Dezember aufgestellt worden. Der 56-Jährige wurde am Freitag in Abwesenheit von einem Parteitag der Bewegung für die Befreiung Kongos (MLC) nominiert, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP in Kinshasa berichtete. Bemba war Anfang Juni überraschend vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag freigesprochen worden.

Der 2008 festgenommene Bemba war 2016 wegen Kriegsverbrechen zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dem Politiker und Milizenführer waren schwere Kriegsverbrechen in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik angelastet worden. Aufgrund schwerer Verfahrensfehler hob das Gericht die langjährige Haftstrafe nun auf.

Derzeit befindet Bemba sich in Belgien vorläufig auf freiem Fuß. Der IStGH soll in diesem Monat noch sein Urteil in einem weiteren Prozess verkünden, in dem es um Zeugenbeeinflussung geht. Experten rechnen damit, dass Bemba danach endgültig freigelassen wird.

Bei der Präsidentschaftswahl am 23. Dezember soll der Nachfolger von Amtsinhaber Joseph Kabila gewählt werden. Dieser hätte 2016 nach seiner zweiten Amtszeit abtreten sollen, blieb aber mithilfe umstrittener Gesetze an der Macht und will sie erst abgeben, wenn ein Nachfolger gewählt ist. Der Streit um Kabilas Zukunft hat zu Protesten geführt, deren brutale Niederschlagung dutzende Tote zur Folge hatte.