Kone-Gebot für Thyssenkrupp-Aufzüge stößt auf Widerstand: Kreise

Eyk Henning, William Wilkes und Aaron Kirchfeld

(Bloomberg) -- Der finnische Konzern Kone Oyj hat mit seiner rund 17 Milliarden Dollar schweren Offerte für das Aufzugsgeschäft von Thyssenkrupp AG unterrichteten Kreisen zufolge sehr zu kämpfen.

Die Arbeitnehmervertreter von Thyssenkrupp und einige Führungskräfte sind zunehmend besorgt, dass ein Verkauf an Kone und ihren Mitbieter CVC Capital Partners zu einer langwierigen und unvorhersagbaren Kartellprüfung führen würde, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Sie baten um Anonymität, da die Informationen vertraulich sind. Die Thyssenkrupp-Stiftung, einer der Großaktionäre des Stahlkonzerns, habe ähnliche Sorgen, hieß es weiter.

Der Widerstand formiert sich, obwohl das Kone-Konsortium in der jüngsten Runde des Bietergefechts für das Aufzugsgeschäft die höchste Offerte abgegeben und etwa 17 Milliarden Dollar geboten habe, berichtete Bloomberg im Januar. Thyssenkrupp habe endgültige Gebote bis zum 11. Februar angefordert und wolle danach das Bieterfeld auf zwei Interessenten einengen, hieß es weiter. Die Gesellschaft wolle den Kreisen zufolge bis Monatsende eine Transaktion unterzeichnen.

Optionen

Das Kone-Konsortium konkurriert mit drei Bietergruppen, die von Blackstone Group Inc., Advent International und Brookfield Asset Management Inc. angeführt werden. Einige Interessenten aus dem Private-Equity-Sektor haben den Kreisen zufolge den Thyssenkrupp-Großaktionären die Möglichkeit angeboten, eine Minderheitsbeteilung am Aufzugsgeschäft zu behalten und haben Pläne für eine erneute Börsennotierung des Bereichs in Deutschland in ein paar Jahren diskutiert.

Die bei Thyssenkrupp mächtige IG Metall sagte, sie spreche mit potenziellen Investoren über deren Pläne für den Bereich und verlange Garantien für Arbeitsplätze und Standorte.

“Wir sind skeptisch bezüglich der Offerten von strategischen Investoren. Bei einem Gebot von Kone würde es dauern, bis die EU-Kartellprüfung abgeschlossen ist, und Thyssenkrupp braucht das Geld schnell”, sagte ein IG-Metall-Sprecher gegenüber Bloomberg. “Es besteht wegen der potenziellen Synergien auch ein Risiko von hohen Arbeitsplatzverlusten bei einem Kone-Gebot.”

Konsolidierungsspielraum

Ein Vertreter von Kone sagte, das Unternehmen sei der Ansicht, es gebe Konsolidierungsspielraum in der Aufzugsbranche und einen Weg zu einem erfolgreichen Ausgang. Vertreter von Blackstone, Brookfield, CVC, Thyssenkrupp und der Thyssenkrupp-Stiftung lehnten eine Stellungnahme ab. Advent hat auf eine Bitte um Stellungnahme nicht unmittelbar reagiert.

Thyssenkrupp, einst ein Symbol für die Stärke der deutschen Industrie, will mit den Verkaufserlösen die zunehmenden Löcher in der Bilanz zu stopfen. Der Stahlkonzern kämpft ums Überleben angesichts der Flaute in der deutschen Industrie. Vorstandschefin Martina Merz sagte im vergangenen Monat gegenüber Aktionären, dass sich das Unternehmen in einer “außergewöhnlich schwierigen Situation” befinde. “Wir haben also keine Zeit zu verlieren”, fügte sie hinzu.

Überschrift des Artikels im Original:

Kone Is Said to Face Uphill Battle for Thyssenkrupp Elevator Arm

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