Kompakt: Deutsche Rodler dominieren

Felix Loch, Natalie Geisenberger, Toni Eggert und Sascha Benecken setzten sich in der Teamstaffel durch

+++ Biathlon: Deutsche laufen bei Fourcade-Show hinterher +++

Die deutschen Biathleten haben zum Abschluss des Weltcups im schwedischen Östersund in der Verfolgung über 12,5 km beim Sieg von Dominator Martin Fourcade eine Spitzenposition verpasst. Erik Lesser (Frankenhain) konnte nach Platz drei im Sprint seine gute Ausgangsposition nicht nutzen und musste sich mit dem zehnten Platz zufrieden geben.

Fourcade gelang sein erster Saisonsieg, der 62. insgesamt in seiner erfolgreichen Karriere. Der 29 Jahre alte Franzose gewann klar vor Jakov Fak (Slowenien) und Landsmann Quentin Fillon Maillet.

Lesser hatte noch am Samstag im Sprint nur um 3,7 Sekunden seinen dritten Weltcup-Sieg verpasst. Simon Schempp (Uhingen) war Fünfter geworden. Doch am Sonntag leisteten sich die DSV-Athleten am Schießstand zu viele Fehler.

Schempp wurde 16. - noch einen Rang hinter Arnd Peiffer. Johannes Kühn landete auf Rang 25, Benedikt Doll auf dem 26. Platz.

Ab kommenden Freitag steht für die Männer der zweite Weltcup in Hochfilzen (8. bis 10. Dezember) auf dem Programm.

+++ Rodeln: Deutsche feiern perfektes Wochenende +++

Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger hat den Angriff ihrer Dauerrivalin Tatjana Hüfner erfolgreich abgewehrt und ihre Ausnahmestellung im Olympia-Winter untermauert. Die Miesbacherin feierte beim Heim-Weltcup in Altenberg im vierten Saisonrennen den dritten Sieg. "Wenn man gewinnen will, muss man alles riskieren", sagte Geisenberger nach ihrem Bahnrekord im zweiten Lauf im ZDF.

Weltmeisterin Hüfner und Dajana Eitberger fuhren ebenfalls auf das Podium und komplettierten mit der sechstplatzierten Julia Taubitz ein hervorragendes deutsches Resultat.

Die Olympiasieger Felix Loch und Geisenberger sowie die Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken bescherten dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) durch den abschließenden Sieg in der olympischen Teamstaffel ein perfektes Wochenende.

Bereits am Samstag hatte sich Loch bei seinem zweiten Saisonsieg erneut in Topform präsentiert. Bei den Doppelsitzern untermauerten Eggert/Benecken ihre Ausnahmestellung. Das Duo aus Ilsenburg und Suhl gewann wie Geisenberger bereits zum dritten Mal in diesem Winter und baute seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus.

+++ Kombination: Rydzek als Vierter bester Deutscher +++

Komninierer Johannes Rydzek hat seinen dritten Podestplatz in Folge nur knapp verpasst. Der Weltmeister aus Oberstdorf musste sich bei einem norwegischen Dreifachsieg in Lillehammer mit dem vierten Rang begnügen.

Seinen zweiten Saisonerfolg feierte Espen Andersen, der auch die Führung im Gesamtweltcup übernahm.

"Das war unklug gemacht von mir. Ich ärgere mich, dass ich in der norwegischen Phalanx nicht die Initiative übernommen habe. Da habe ich den Sieg hergeschenkt", sagte Rydzek im ZDF.

Dem Rekordweltmeister fehlten nach einer Aufholjagd nur 0,1 Sekunden zum Podest, auf dem hinter Andersen dessen Teamkollegen Jan Schmid und Jörgen Graabak standen. Björn Kircheisen und Gesamtweltcup-Sieger Eric Frenzel folgten auf den Rängen 14 und 15.

Rydzek war nach einem mäßigen Sprung auf 131,0 m mit einem Rückstand von 1:03 Minuten nur als 14. in die Loipe gegangen. Dort lief Sprungsieger Andersen an der Spitze ein einsames Rennen, dahinter bildete sich ein große Verfolgergruppe. Auf den letzten Metern waren die Norweger nicht zu schlagen.

+++ Biathlon: Herrmann gewinnt auch Verfolung +++

Denise Herrmann hat Biathlon-Königin Laura Dahlmeier beim ersten Weltcup des Olympia-Winters mit Bravour vertreten: Nach dem Triumph im Sprint gelang der 28-Jährigen aus Oberwiesenthal auch in der Verfolgung ein echter Coup.

Herrmann, die erst im vergangenen Winter vom Langlauf zum Biathlon gewechselt war, gewann zum Abschluss des Weltcups im schwedischen Östersund über 10 km nach einem erneut Klasserennen trotz zweier Schießfehler mit 25,8 Sekunden Vorsprung vor der Französin Justine Braisaz. Dritte wurde die Norwegerin Marte Olsbu (48 Sekunden zurück).

"Es ist richtig geil zu gewinnen, aber es ist noch geiler, als Erste durchs Ziel zu laufen. Es ist unglaublich, wunderbar. Ich hatte noch nie so ein Gefühl", sagte Herrmann im ZDF.

Maren Hammerschmidt (Winterberg/1:16,8 Minuten) als Fünfte und Vanessa Hinz (1:29,1) auf Rang acht rundeten das tolle Ergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) ab und sicherten sich ihr Olympia-Ticket. Franziska Preuß wurde 26., Franziska Hildebrand 35.

Ab kommenden Freitag steht der zweite Weltcup in Hochfilzen (8. bis 10. Dezember) auf dem Programm. Dort wird dann auch die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier, die in Östersund wegen einer Erkältung gefehlt hatte, erstmals in dieser Saison am Start sein. In Hochfilzen hatte Dahlmeier in diesem Jahr Geschichte geschrieben und als erste Biathletin fünfmal Gold bei einer WM gewonnen.

+++ Langlauf: Kläbo setzt Siegesserie fort +++

Der norwegische Skilanglauf-Überflieger Johannes Hösflot Kläbo hat seine Siegesserie fortgesetzt.

Der 21 Jahre alte Jungstar gewann beim Heimspiel in Lillehammer den ersten Skiathlon der Olympiasaison und feierte saisonübergreifend seinen siebten Erfolg in Serie seit März. Die Führung im Gesamtweltcup baute Kläbo, der bereits am Samstag im Sprint triumphiert hatte, weiter aus.

Nach jeweils 15 km im klassischen und freien Stil lag Kläbo, der zwischenzeitlich hatte abreißen lassen müssen, im Zielsprint vor Gesamtweltcup-Titelverteidiger Martin Johnsrud Sundby (+1,3 Sekunden).

Bester Deutscher war Lucas Bögl, der nach einem couragierten Rennen 21. (+3:05,2) wurde und in die Weltcup-Punkte lief. Andreas Katz holte als 30. noch einen Zähler. Weiterhin hat allerdings noch kein DSV-Athlet auch nur einen Teil der Olympia-Norm (einmal Top acht oder zweimal Top 15) erfüllt.

Nicht mehr am Start war Norwegens Rekordweltmeister Petter Northug. Der 31-Jährige, der nur über die nationale Gruppe beim Heimspiel zu seinem Saisondebüt im Weltcup gekommen war, reiste nach der am Samstag mit Platz 32 verpassten Sprint-Qualifikation ab.

"Ich bin nicht in Form, deshalb ist es besser, nach Hause zu fahren und zu trainieren", sagte Northug. Ein Olympiastart des Doppelsiegers von Vancouver 2010 erscheint derzeit unwahrscheinlich.

+++ Dreifach-Triumph für deutsche Rodel-Frauen +++

Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger hat den Angriff ihrer Dauerrivalin Tatjana Hüfner erfolgreich abgewehrt und ihre Ausnahmestellung im Olympia-Winter untermauert.

Die Miesbacherin feierte beim Heim-Weltcup in Altenberg im vierten Saisonrennen den dritten Sieg. Weltmeisterin Hüfner und Dajana Eitberger fuhren ebenfalls auf das Podium und komplettierten mit der sechstplatzierten Julia Taubitz ein hervorragendes deutsches Resultat.

Das Wochenende in Altenberg wird mit den Staffelrennen abgeschlossen.

+++ Althaus fliegt mit Doppelsieg ins Gelbe Trikot +++

Skispringerin Katharina Althaus hat mit einem Doppelsieg in Lillehammer einen Traumstart in den Olympia-Winter erwischt.

Die 21-Jährige feierte am Sonntag auf der großen Olympiaschanze vom 1994 den dritten Weltcupsieg ihrer Karriere, einen Tag zuvor hatte sie bereits vom kleinen Bakken gewonnen.

Die Oberstdorferin übernahm damit erstmals in ihrer Karriere auch die Führung im Gesamtweltcup. 

"Ich bin überglücklich. Das war ein wirklich gutes Wochenende für mich hier in Norwegen", sagte Althaus, die am Sonntag nach Flügen auf 138,5 und 139,5 m mit 308,2 Punkten klar vor der Norwegerin Maren Lundby (284,3) gewann, Dritte wurde die Japanerin Sara Takanashi (275,8).

Olympiasiegerin Carina Vogt (Degenfeld) als Sechste und Svenja Würth (Baiersbronn) als Siebte rundeten das starke deutsche Ergebnis ab.

+++ Deutsche Langläuferinnen enttäuschen +++

Die schwedische Langläuferin Charlotte Kalla hat den ersten Skiathlon der Olympiasaison gewonnen und damit ihre Führung im Gesamtweltcup ausgebaut.

Die zweimalige Olympiasiegerin setzte sich beim Weltcup in Lillehammer nach jeweils 7,5 km im klassischen und freien Stil mit 19,7 Sekunden Vorsprung auf die Norwegerin Heidi Weng durch und feierte ihren elften Saisonsieg. 

Beste deutsche Läuferin war die 36 Jahre alte Stefanie Böhler auf Platz 20 (+2:23,9 Minuten). Damit hat weiterhin kein DSV-Athlet auch nur einen Teil der Olympianorm (einmal Top acht oder zweimal Top 15) erfüllt.

"Bei Steffi war es ein Schritt in die richtige Richtung. Sie braucht ein paar Wettkämpfe, bis sie auf ihr Niveau kommt, sie ist keine 18 mehr. Aber klar, das ist nicht das, was wir erreichen wollen", sagte Frauen-Bundestrainer Torstein Drivenes im ZDF.

Die beste deutsche Distanzläuferin Nicole Fessel ist nach gesundheitlichen Problemen noch nicht in die Saison eingestiegen.

"Bei Steffi war es ein Schritt in die richtige Richtung. Sie braucht ein paar Wettkämpfe, bis sie auf ihr Niveau kommt, sie ist keine 18 mehr. Aber klar, das ist nicht das, was wir erreichen wollen", sagte Frauen-Bundestrainer Torstein Drivenes im ZDF.