Kommunikationschef im Vatikan tritt zurück

Der vatikanische Kommunikationschef Viganò tritt zurück

Der Kommunikationschef im Vatikan, Dario Viganò, hat in der Affäre um einen Brief des emeritierten Papstes Benedikt XVI. seinen Rücktritt erklärtet. Er habe die Entscheidung nach reiflicher Überlegung akzeptiert, erklärte Papst Franziskus am Mittwoch in einem Schreiben an den brasilianischen Geistlichen.

Viganò war 2015 vom Papst zum Präfekten des neu geschaffenen Kommunikationssekretariats berufen worden. Er stand seit Tagen wegen des Umgangs mit einem Brief von Benedikt XVI. unter Druck. Bei der Vorstellung einer Buchreihe über Franziskus' Theologie anlässlich seines fünften Amtsjubiläums hatte Viaganò am 12. März aus dem Schreiben des emeritierten Papstes zitiert, dabei aber einige Passagen ausgelassen. Außerdem wurden Teile des Briefs auf einem Foto unleserlich gemacht.

Der Kommunikationschef hob bei der Buchpräsentation hervor, dass Benedikt XVI. seinen Nachfolger als einen "Mann tiefer philosophischer und theologischer Bildung" bezeichnet und die "innere Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten" betonte habe. Er ließ aber unerwähnt, dass Benedikt XVI. die Bücher über Franziskus aus Zeitmangel gar nicht gelesen hatte. Tatsächlich hatte der frühere Papst den Brief bereits einen Monat zuvor verfasst, als Antwort auf Viganòs Bitte um eine Rezension der Schriftenreihe.

Auch Benedikts Kritik an einem der Autoren, dem deutschen Theologen Peter Hünermann, wurde auf dem vom Vatikan veröffentlichen Foto des Briefes unterschlagen. Erst am vergangenen Wochenende machte der Heilige Stuhl dann den kompletten Brief zugänglich.