Kommunale RWE-Aktionäre billigen Mega-Deal mit Eon


Am Sonntag überraschten die Energiekonzerne Eon und RWE die Öffentlichkeit mit ihrem Plan, Newcomer Innogy zu zerschlagen. Am Montag sollen die Aufsichtsräte der beiden Unternehmen den Vertrag billigen. Dann will Eon die 77-Prozent-Beteiligung von RWE an Innogy übernehmen und dem Konkurrenten im Gegenzug im großen Stil Aktivitäten übertragen.

Der Weg scheint jetzt frei zu sein. Die einflussreichen kommunalen Aktionäre von RWE signalisierten ihre Zustimmung. „Die geplante Transaktion zwischen der RWE AG und der Eon SE ist aus kommunaler Sicht sowohl strategisch wie auch finanzwirtschaftlich grundsätzlich positiv zu werten“, teilte der Verband der kommunalen RWE-Aktionäre (VKA) am Montag mit. „Mit dieser Transaktion ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Schub für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende zu erwarten.“

Die Unterstützung durch die kommunalen Aktionäre ist für RWE wichtig. Die Kommunen halten noch gut 20 Prozent der Anteile und stellen vier Vertreter im Aufsichtsrat. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern könnten sie den Deal blockieren. Im Vorfeld hatten sie sich auch stets kritisch über eine Zerschlagung von Innogy geäußert. Auch Vertreter der Gewerkschaften hatten sich aber am Montag schon positiv geäußert.


Mit dem Deal werde das Geschäftsmodell von RWE gestärkt, erklärte der VKA. Nach dem Rückbau der Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle werde RWE als drittgrößter Anbieter regenerativ erzeugten Stroms langfristig stabilisiert.

„Wir begrüßen außerdem, dass ein deutsches Unternehmen neuer Partner der RWE AG und damit indirekt auch für die Kommunen wird“, teilte der VKA weiter mit. Im vergangenen Jahr war schließlich auch über einen Verkauf von Innogy an ausländische Energiekonzerne spekuliert worden.

Deshalb werde man den Transaktionsprozess „positiv begleiten“, teilte die Kommunen mit. Sie wollen dabei aber auch Wert darauf legen, „dass die kommunalen Interessen gewahrt und gestärkt werden“.

Unter anderen werden die Kommunen auf die Arbeitsplätze an den großen Standorten in Essen und Dortmund achten - und auf die „Stärkung der Ertragslage und die Sicherung der Dividendenpolitik der RWE AG.“