Was kommt als nächstes für Alnylam Pharmaceuticals?

Motley Fool Investmentanalyst

Die letzten 15 Jahre waren für die Aktionäre von Alnylam Pharmaceuticals (WKN:A0CBCK) nicht einfach. Die neuen Medikamente des Unternehmens basieren auf Erkenntnissen, die 2006 mit dem Nobelpreis prämiert wurden. Doch es war nicht so einfach, einen klaren klinischen Nutzen zu beweisen, der die Sicherheitsbedenken überwiegt.

Es gibt viele Krankheiten, die durch bestimmte Gene hervorgerufen werden, und Alnylam hatte schon früh viel Erfolg bei der Bekämpfung einiger weniger davon. Mit überraschend guten Daten für das Spitzenmedikament sowie einer stabilen Anzahl potenzieller neuer Medikamente in früheren Entwicklungsstadien ist in den kommenden Jahren mit jeder Menge interessanten Meldungen zu rechnen. Hier sind einige wichtige Entwicklungen, nach denen man Ausschau halten sollte.

Sicherer als erwartet

Vor etwa einem Jahr zwang der Tod eines Patienten das Unternehmen, die Entwicklung von Revusiran, das ähnlich wie Patisiran zur Behandlung von Transthyretin-vermittelter Amyloidose eingesetzt wird, einzustellen. Patisiran soll Nervenschäden reduzieren, während Revusiran Herzschäden reduzieren soll, und beide bewirken dies durch die Manipulation von fehlerhaften Transthyretin-Genen.

Transthyretin ist ein wichtiges Transportprotein, bei dem die Investoren befürchteten, dass die Einschränkung der Produktion mehr Probleme verursachen könnte, als es löst.

Die kürzlich verkündeten Ergebnisse der Apollo-Studie dürften diese Bedenken aber zerstreuen. Patisiran übertraf die Erwartungen mit seiner Wirksamkeit, und zwar mit einem sehr guten Sicherheitsprofil. Forscher berichteten von mehr Nebenwirkungen, Ausfällen und Todesfällen in der Placebogruppe als in der Gruppe, der Patisiran verabreicht wurde.

Es geht los

Die hereditäre transthyretin-vermittelte Amyloidose (ATTR) ist eine chronische, lähmende und oft tödliche Krankheit, von der weltweit etwa 50.000 Menschen betroffen sind. Diesen Patienten fehlen effektive Behandlungsmöglichkeiten, weshalb die Food and Drug Administration (FDA) Patisiran vor Jahren eine Vorzugsbehandlung einräumte. Das Unternehmen beabsichtigt, noch in diesem Jahr einen Zulassungsantrag bei der FDA einzureichen, was bereits im nächsten Sommer zu einer Zulassung sowie zur Markteinführung führen könnte.

Das Spitzenumsatzpotenzial für Patisiran zu prognostizieren ist nicht einfach. Unter allen ATTR-Patienten leiden vielleicht 10.000 Patienten an peripheren Nervenschäden, die Patisiran behandeln soll. Revusiran ist für die anderen 40.000 gedacht, die an Herzschäden leiden. Viele ATTR-Patienten weisen jedoch beide Symptome auf – aus diesem Grund schwanken die jährlichen Umsatzschätzungen für Patisiran zwischen 200 Millionen und 750 Millionen US-Dollar.

Wir sollten ein klareres Bild vom Potenzial von Patisiran in der größeren Gruppe der ATTR-Patienten haben, die überwiegend an Herzschäden leiden. Anfang November wird Alnylam auf einer wissenschaftlichen Konferenz die vollständigen Ergebnisse der Apollo-Studie präsentieren, einschließlich einer explorativen Analyse einer Untergruppe, die sich mit Herzleiden beschäftigt.

Die Programme von morgen

Obwohl die kommende neue Anwendung von Patisiran die erste in der 15-jährigen Geschichte von Alnylam sein wird,  könnten schon bald die nächsten folgen.

Anfang des Monats reichte das Unternehmen ein Übereinkommen mit der FDA in Bezug auf das weitere Vorgehen für ein Medikament gegen akute hepatische Porphyrie mit dem Namen Givosiran ein.

Die Agentur erlaubt es dem Unternehmen, die Reduktion eines Biomarkers, der mit der Krankheit in Verbindung steht, zu verwenden, um die Wirksamkeit von Givosiran in einer Zwischenanalyse zu prüfen. Das ist ein riesiger Fortschritt, denn die Alternative wäre es, diese Patienten jahrelang zu beobachten, um die tatsächlichen Ergebnisse wie Krankenhausaufenthaltsraten zu messen.

Givosiran reduzierte den Biomarker in einer früheren Studie um 80 %, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das Unternehmen bereits Ende 2018 die Anträge bei der FDA einreichen könnte.

Givosiran richtet sich an eine Patientengruppe, die zu klein ist, um große Erwartungen zu rechtfertigen, doch Fitusiran könnte im Bereich Hämophilie die Umsatzschwelle von einer Milliarde US-Dollar pro Jahr überschreiten. Die weltweiten Ausgaben für Medikamente zur Behandlung der seltenen Bluterkrankheit dürften in diesem Jahr über 10 Milliarden US-Dollar betragen. Jedoch hat eine wachsende Zahl von Patienten Hemmstoffe gegen die derzeit beliebten Gerinnungsfaktor-Ersatztherapien entwickelt. In einer früheren Studie war die jährliche durchschnittliche Bluterrate einer Gruppe von 14 Hämophilie-Patienten mit Hemmern von 38 auf 0 gefallen, nachdem sie mit Fitusiran behandelt worden waren.

Aufgrund der Ergebnisse früherer Studien hat Alnylam drei Studien im Spätstadium begonnen, die das Unternehmen vor Kurzem wegen des Todesfalls eines Patienten ausgesetzt hatte. Doch aufgrund der Ereignisse, die zum Ableben des Patienten geführt haben, sieht es nicht so aus, als sei Fitusiran dafür verantwortlich gewesen.

Alnylam und die FDA müssen sich auf eine Strategie zur Risikominimierung einigen, bevor die vor Kurzem eingeleiteten Studien fortgesetzt werden können. Die Investoren werden dieses Programm genau im Auge behalten wollen. Wenn es ohne weitere Katastrophen beendet werden kann, könnte Fitusiran das wertvollste Medikament in der Pipeline des Unternehmens sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alnylam Pharmaceuticals.

Dieser Artikel wurde von Cory Renauer auf Englisch verfasst und am 20.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2017