Kommt Moukoko nun stärker zurück?

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Kommt Moukoko nun stärker zurück?
Kommt Moukoko nun stärker zurück?

Das Lachen ist bei Youssoufa Moukoko zurück.

Das schrieb der Shootingstar nicht nur jüngst auf seinen Social-Media-Kanälen, es war auch wieder auf dem Rasen zu sehen. „Ich glaube, ich habe seit März kein Tor mehr geschossen - und heute gleich zwei. Das ist schon sehr wichtig für einen Stürmer“, freute sich der 16-Jährige sichtlich nach seinem traumhaften, aber verspäteten Debüt für die U21-Nationalmannschaft.

Eigentlich hätte Moukoko schon bei der U21-EM im Sommer mitwirken sollen, als das Team von Stefan Kuntz überraschend Europameister wurde. Doch er hatte sich zuvor verletzt - der erste Knick in einer jungen Karriere mit einem astronomischen Verlauf.

BVB-Gegner kommen nicht mehr „aus Lütgendortmund“

Wegen einer Bänderverletzung hatte das Wunderkind seit dem März aussetzen müssen, musste sich in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit zurückkämpfen. Das gelang ihm, doch die Ungeduld war Moukoko anzumerken. Verständlich, immerhin kannte er derlei Rückschläge nicht. Seine Karriere kannte bis dato nur den Weg nach oben.

„Bislang ist in seiner Karriere alles sehr selbstverständlich gelaufen, er hat einen Rekord nach dem anderen gejagt“, sagte Kuntz rund um das Länderspiel in San Marino. Jetzt kämen die Gegenspieler aber nicht mehr „aus Lütgendortmund“, denen er „dreimal den Ball durch die Nase ziehen“ konnte.

Dass Moukoko trotzdem bereits das Format eines Bundesligaspielers hat, das hat er bewiesen. Und er könnte nun noch einen großen Schritt gemacht haben. Denn die Ungeduld rund um die Verletzung zeigt auch den Willen des Teenagers. Moukoko will unbedingt spielen, will sich unbedingt verbessern und will begeistern. Der kleine Rückschlag könnte ihn in seiner Entwicklung sogar weiterbringen. Er hat bewiesen, dass er kämpfen kann, wenn es mal nicht nach Plan läuft. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Moukoko legt „neue Rekorde für Frühreife“ auf

Der Doppelpack beim 6:0-Sieg der DFB-Youngster in San Marino zeigte ohnehin einmal mehr, welch außergewöhnliches Talent der Offensivspieler mitbringt. Man konnte mal wieder schnell vergessen, dass die Spieler um ihn herum immerhin noch rund fünf Jahre älter sind als er.

Einen Altersrekord nach dem anderen knackt Moukoko seit seinem Bundesliga-Debüt im November 2020 – 16 Jahre und einen Tag war er da alt. Nun ist er neben dem jüngsten Spieler der Bundesliga auch jüngster Spieler der U21-Nationalmannschaft. Er könnte theoretisch nach bis zur EM 2027 für die U21 auflaufen. Das zeigt seine außergewöhnliche Situation.

Längst schafft es Moukoko mit seinen Rekorden und seiner Aussicht auf eine große Karriere in die großen Sportzeitungen wie die L‘Équipe und die Gazzetta dello Sport. „Moukoko bricht neue Rekorde für Frühreife“, war in der L‘Équipe am Freitag zu lesen.

Kuntz: „Er ist in einer schwierigen Phase“

Kuntz aber trat auf die Bremse. Es werde „viel zu viel Theater“ um Moukoko gemacht, zeigte sich der DFB-Trainer fast schon besorgt und betonte: „Er ist in einer schwierigen Phase. Der Junge muss sich entwickeln.“

Die kritische Phase sehen die Verantwortlichen auch beim BVB. Niemand will riskieren, dass alles zu schnell geht. Moukoko wäre nicht das erste Wunderkind, das hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt.

In den ersten drei Bundesligaspielen der laufenden Saison schickte BVB-Coach Marco Rose seinen Schützling nur für insgesamt 20 Spielminuten auf den Rasen. Das führte im Fanlager zu leiser Kritik. Am liebsten würden viele BVB-Anhänger an jedem Wochenende Erling Haaland und Moukoko stürmen sehen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Moukoko selbst hat sowieso immer „Bock auf Fußball“, wie er im DFB-TV zuletzt sagte. Er zog sich aber bewusst aus der Öffentlichkeit zurück, bis er sportlich wieder Schlagzeilen schreiben konnte. Das war nun der Fall - ein sehr reifes Verhalten des Frühreifen.

Moukoko bald neben Haaland?

Der Doppelpack bei der U21 könnte die Initialzündung für einen noch stärkeren Moukoko sein, wie er es in seinen 17 bisherigen Bundesligaspielen zeigen konnte, in denen er drei Tore schoss und einen Treffer vorbereite.

Kuntz glaubt, dass Moukoko das Erfolgserlebnis gebraucht hat. Schließlich gebe es für Torjäger nur ein Mittel gegen Frust: „Du musst Hütten machen.“

Damit kann der junge Stürmer schon am Dienstag weitermachen, wenn mit der U21 das zweite Qualifikationsspiel für die EM 2023 ansteht. Und vielleicht dürfen ihn die BVB-Fans danach zusammen mit Haaland auf dem Rasen bewundern - so wie es im Supercup gegen den FC Bayern (1:3) bereits der Fall war.

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