Kommt jetzt die ewige Kanzlerin? Darüber wurde bei „Hart aber fair“ diskutiert

Bei „Hart aber fair“ wurde über Angela Merkel diskutiert. (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Nach mehreren Analysen ging Bundeskanzlerin Angela Merken im TV-Duell mit Herausforderer Martin Schulz als Siegerin hervor. Doch ist die Wahl nun längst entschieden? Dieser Frage widmeten sich am Montagabend die Gäste von „Hart aber fair“.

Es war der Zweikampf der beiden Spitzenkandidaten, der am Sonntagabend Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockte. Moderator Frank Plasberg lud Thomas Oppermann (SPD), Julia Klöckner (CDU), Walter Sattler (Schauspieler) sowie Lisa Sophie (YouTuberin) und Sigmund Gottlieb (Journalist) rund 24 Stunden später in seine Sendung ein, um noch einmal über den Talk zu talken. Doch richtig Stimmung wollte mit dem Rückblick auf das Duell zunächst nicht aufkommen.

Interessant wurde es dann mit Sattlers Vorschlag, die Amtszeiten der Bundeskanzler auf zweimal fünf Jahre zu begrenzen. Das würde frischen Wind in die Demokratie bringen und Parteien würden sich mehr Mühe geben, „Leute für die Nachfolge aufzubauen.“ Herausgekitzelt wurde diese Empfehlung durch eine Aussage des weiblichen Internetstars Lisa Sophie, die nämlich erklärte den Erfolg der „ewigen Kanzlerin“ mit Blick auf ihre Generation: „Wir kennen keine Alternative. Ich kenne keinen anderen an der Spitze des Landes.“

Julia Klöckner wirkte souverän. (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann wünscht sich genau deswegen eine Veränderung für das Land. Er kritisierte unter anderem, dass sich die CDU schon jetzt als Sieger der Wahl verhält. Er habe „den tiefen Wunsch, dass die CDU mal wieder die Erfahrung einer Oppositionspartei macht“. Der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner sei hingegen besonders nach dem TV-Duell klar geworden, dass „Merkel die Staatsfrau und Schulz der Wahlkämpfer“ ist.

Und dann nahm sie dem Schulz-Befürworter Oppermann live im TV-Studio den Wind aus den Segeln. Klöckner holte einen Zettel aus der Hosentasche und las vom SPD-Wahlprogramm vor. In diesem fordert die Partei, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei nicht abzubrechen. Ein klarer Widerspruch zu Schulz’ Aussagen im Duell mit Merkel – das käme einer 180-Grad-Wende gleich.

Neben dem Polit-Talk über Merkel und Schulz kam auch die FDP-Kampagne zur Sprache, die sich fast ausschließlich auf Parteichef Christian Lindner fokussiert. Da konnte sich auch Moderator Frank Plasberg ein Kompliment nicht verkneifen: „Ich muss sagen, das ist schon ein attraktiver Mann.“ Bei YouTuberin Lisa Sophie kam dieses Argument allerdings nicht an. Die antwortete: „Das ist ein netter Versuch, der etwas gewollt wirkt.“