Was kommt in die Hallen Kalk?: Eine Chance, das Quartier ganz neu zu überdenken

Politik und Stadtverwaltung diskutieren über die Planungen zu den Hallen Kalk.

Sie wollen künftig eine kulturelle Nutzung der sogenannten „Hallen Kalk“ (drei ehemalige Industriehallen 75, 76 und 77) von Klöckner-Humboldt-Deutz mit der auch der Stadtteil profitiert. Das haben Kalkes Bezirksvertreter jetzt noch einmal im Rahmen einer „Aktuellen Stunde“ bekräftigt.

„Wir wollen in Kalk eine rechtsrheinische Spielstätte der städtischen Bühnen“, sagte CDU-Fraktionschef Jürgen Schuiszill. „Mit Außengastronomie und allem was dazu gehört. Es muss ein vernünftiger Mix sein, der sich auch wirtschaftlich rechnet.“ Das soll zu einer Belebung und Aufwertung des derzeit eher tristen Ottmar-Pohl-Platzes beitragen.

Bezirksbürgermeister Marco Pagano hatte gegenüber der Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach schon vor Wochen schriftlich die Ansiedlung der Kammeroper vorgeschlagen. Für diese Idee gab es bislang keine Antwort. Allerdings stehen die Vorschläge der Kalker Bezirksvertreter in den nächsten Tagen, beim Kultur- sowie beim Stadtentwicklungsausschuss, noch auf der Tagesordnung .

Am 8. Juli werden Pläne vorgestellt

Auf Antrag der SPD wollen die Bezirksvertreter einhellig nicht hinnehmen, dass beispielsweise die schon einmal von den Bühnen als Spielstätte genutzte Halle 75 künftig ausschließlich nur noch eine Probebühne werden soll. Dieser Wunsch der Kulturverwaltung widerspräche den Zielsetzungen des derzeit noch laufenden Werkstattverfahrens für die Hallen und das gesamten benachbarte Areal im Kalker Süden.

Gegenwärtig erarbeiten drei renommierte Architektenteams mit Stadtplanern, Verkehrsexperten, Landschaftsarchitekten und Projektentwicklern ihre Vorschläge, die am 8. Juli bei der Finalrunde von 10 bis 15 Uhr in der Aula des Kaiserin-Theophanu-Gymnasiums der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Hierbei bestehe die große Chance, dieses Quartier ganz neu zu überdenken. Pagano: „Schließlich war gerade die dem Schauspiel zugeordnete Halle 75 der Ausgangspunkt zur künftigen Gestaltung des gesamten Areals und ist ein Herzstück dieses Projekts.“ Eine für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Halle sei verschenktes Potenzial.

„Wenn allerdings an den Gerüchten etwas was dran ist, dass die Bühnen auch die Hallen 70 und 71, die nach der Insolvenz des Industrieunternehmens MBE Cologne leer stehen, als Werkstatt und Depot nutzen wollen, wäre das gesamte Werkstattverfahren hinfällig“, sagte Markus Klein, Vorsitzende der SPD-Fraktion. Das wiegelte Wolfgang Tuch vom Stadtplanungsamt erst einmal ab. „Wir suchen nach Verwendungen, die diesen riesigen Gebäuden gerecht werden. Dabei ist eine großräumige Nutzung durch die Bühnen zwar keine Vorgabe, aber dennoch eine Option bei der späteren politischen Beratung.“ Auch ein Verkauf der beiden Hallen sei durchaus möglich.

Es geht um Geld und Zuschüsse von Bund und Land

„Das gesamte Thema ist schwierig“, gab Tuch zu, denn es gehe bei allem ja auch ums Geld. Hierbei explizit um Städtebau-Fördermittel von Bund und Land. Zudem gebe es Flächen und Gebäude, die sofort verfügbar sind, andere noch nicht.“ Dazu zählt auch die zwischen der Abenteuerhalle Kalk und der Dillenburger Straße gelegen Halle 58, die zur Zeit vom Circus Roncalli als Lager genutzt wird. Tuch: „Aber Zirkuschef Bernhard Paul hat ja bereits angekündigt, seinen gesamten noch auf Stadtgebiet verteilten Besitz am Winterquartier in Mülheim zu bündeln. Dann wird auch dieser Komplex frei und kann anders verplant werden.“

Als Vertreterin der städtischen Bühnen versicherte Hanna Immorde, dass man zwar durchaus an einer weiteren Spielstätte im Rechtsrheinischen interessiert sei, aber das die Halle 75 in erster Linie Probebühne sei. „Diese Halle bleibt in städtischem Besitz und den Bühnen zugeordnet.“

„Heute streiten wir uns über eine Nutzung von Hallen, die nicht mehr stehen würden“

Auch von den Nachbarhallen 76 und 77 mit ihrer 84 Meter langen, mit Ziegelstein verfüllten Stahlfachwerk-Fassade und der vorgebauten Kran-Konstruktion, will die Stadt sich nicht trennen. Eine ist vertraglich an das Museum Ludwig gebunden mit dem Ziel eine Ausstellungshalle zu schaffen. Diese Bauten waren über Jahre vom Museum Ludwig als Depot für großformatige Kunstwerke genutzt worden.

„Wenn man dort einige der wertvollen und derzeit zwischengelagerten Gemälde, die im normalen Museumsbetrieb keine Chance mehr haben, oder Skulpturen ausstellen würde, könnte man in Kalk weltweit für Aufsehen sorgen“, sagte Heinz Peter Fischer von den Linken. Bei diesen Hallen sind jedoch aufwendige Sanierungsarbeiten erforderlich, denn noch im Vorjahr wollte die Kulturverwaltung sie zum Abbruch freigeben.

„Heute streiten wir uns über eine Nutzung von Hallen, die nicht mehr stehen würden“, so Fischer. „Das haben wir gut gemacht.“ Das bestätigte auch Stadtplaner Tuch: „Es ist ein Erfolg, dass das Gelände überhaupt im Gespräch ist. Es gibt derzeit bereits drei Anfragen von Museen für diesen Bereich.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta