Kommt der große Crash 2022? Drei mögliche Auslöser

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Ob der große Crash im Jahre 2022 kommt, das ist natürlich stets eine Überraschung. Es gibt Argumente dafür, und natürlich auch dagegen.

Verkehrszeichen: Vorsicht Schleudergefahr
Verkehrszeichen: Vorsicht Schleudergefahr

Kommt der große Crash im Jahre 2022? Die Volatilität ist jedenfalls zurück. Insbesondere viele kleinere, dynamische Wachstumsaktien sind in den vergangenen Wochen und Monaten bereits deutlich unter die Räder gekommen. Das war gefühlt bereits so etwas wie ein Tech-Crash.

Trotzdem notieren die Bewertungen von DAX, S&P 500 und Co. weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Das ist womöglich das Fundament für einen großen Crash im Jahre 2022. Oder eben nicht, denn dort, wo es Argumente für eine Sache gibt, existieren natürlich auch Gründe dagegen.

Riskieren wir heute einen Blick auf mögliche Auslöser für ein Korrektur-Szenario im neuen Jahr 2022. Mit Sicherheit sagen können wir natürlich nix. Aber es gibt jedenfalls beachtenswerte Faktoren, die auch in den kommenden zwölf Monaten relevant sind.

Der große Crash 2022: Teure Index-Schwergewichte als Problem?

Ob der große Crash im Jahre 2022 kommt, hängt vielleicht von den großen Index-Schwergewichten ab. Egal, ob wir vom FAANG-Akronym sprechen wollen oder von einer Abwandlung wie MAMAA, im Endeffekt gilt: Hier ist eine Menge Volumen versammelt. Und in den meisten Fällen stehen die Notierungen dieser Aktien weiterhin sehr hoch.

Konkret führt das im S&P 500 weiterhin dazu, dass sich ein großer Anteil des Volumens auf diese Tech-Aktien konzentriert, die eher teure Bewertungen besitzen. Ein moderates bis teilweise noch zweistelliges Gewinnwachstum kann ein Katalysator für steigende Kurse oder zumindest ein Halten der Bewertung sein. Aber trotzdem: Ein gewisses Korrektur-Potenzial geht natürlich von derartigen Indexschwergewichten aus, die den S&P 500 im Fall der Fälle mit herunterziehen können.

Ob das alleine ein Auslöser für einen großen Crash im Jahre 2022 ist, das ist natürlich eine andere Frage. Sich der Konzentration bewusst zu sein, ist jedoch ein relevanter Faktor, um vielleicht auch die derzeit teure Bewertungslage etwas besser einschätzen zu können.

Inflation als Bewertungskiller bei Dividendenaktien

Der große Crash im Jahre 2022 besitzt jedoch vielleicht auch einen anderen Namen: Nämlich die Inflation. Wir befinden uns im Moment in einer Marktphase, in der die Teuerungsraten im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen, teilweise sogar darüber. Ändert sich an dieser Ausgangslage nichts, ist auch das ein möglicher Grund.

Konkret zielt die Inflation auf viele Aktien ab, die sich im Mittelfeld befinden und wohl als zuverlässige Dividendenaktien gelten. Eine Dividendenrendite zwischen 1 und 3 % oder auch knapp darüber bringt wenig, wenn die Inflation diese Rendite quasi vollständig auffrisst. Und vor allem dann nicht, wenn es kein Wachstum gibt, das deutlich über diesem Niveau liegt.

Die solide Mittelklasse der Dividendenaktien steht im Anblick höherer Inflation vor einem potenziellen Bewertungskiller. Wobei auch hier die Frage ist, ob das so bleibt. Wenn sich das Inflationsniveau wieder normalisiert, kann der große Crash auch ausbleiben. Zumal Aktien sowieso alternativlos bleiben, wenn wir die Teuerungsraten betrachten.

Der große Crash: Die Pandemie in 2022?

Ein weiterer Anlass für einen großen Crash ist vielleicht auch die Pandemie. Wir haben beim Aufkommen der Omikron-Variante gesehen, dass der Markt auch weiterhin zu nervösen Zuckungen neigen kann, wenn es in weitere Runden geht. Je nachdem, wie lange die Marktlage von dem Geschehen beeinflusst bleibt, gibt es womöglich weitere Baustellen.

Konkret besteht die Möglichkeit, dass solide Turnaround-Optionen an Reiz verlieren und die Aktien auf Talfahrt schicken. Oder auch, dass wir in eine längere, wirtschaftlich schwierige Phase kommen. Auch dann rächen sich womöglich die teuren Bewertungsverhältnisse vieler Aktien.

Ob der große Crash im Jahr 2022 kommt, ist natürlich nicht gewiss. Wie in jedem Jahr gibt es jedoch mögliche Auslöser, Chancen und Risiken. Wobei wir als Foolishe Investoren nicht in Angst und Panik verfallen sollten: Eigentlich ist das doch in jedem Jahr so.

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