Kommentar: Der Westen, der IS und die Moral, V

Regierungen täten gut daran, sich in der Solidaritätssymbolik umsichtig zu verhalten.

Nach dem Terrorangriff in Barcelona setzten Bundesregierung und Berliner Senat die Flaggen auf halbmast. Ein wichtiges Zeichen des Mitgefühls! Aber erinnern Sie sich an den Terroranschlag in der St. Petersburger U-Bahn? Dabei starben vor bald fünf Monaten 15 Menschen. Bis dahin pflegte man bei solchen Anlässen das Brandenburger Tor in den Farben des betroffenen Staates anzustrahlen. Den hingemordeten Russen erwies man diese Ehre nicht; die Senatssprecherin Claudia Sünder begründete diesen Akt ostentativer Missachtung gefühlsstumpf so: St. Petersburg „ist kein Ort, zu dem Berlin besondere Beziehungen hat“.

Weil zugleich mitgeteilt wurde, die solidarische Beleuchtung gebe es künftig nur für Partnerstädte, wich man jetzt auf die Halbmastvariante aus. (Den ermordeten St. Petersburgern war auch diese versagt worden.) Ich bin gespannt, wie sich unsere Offiziellen demnächst verhalten, wenn Terroristen Menschen töten, „die hinten, weit, in der Türkei“, in Teheran, Wolgograd oder sonstwo arglos ihrem Alltag nachgehen.

Umsichtiges Verhalten in der Solidaritätssymbolik

Die gespaltene Solidarität dokumentiert Doppelmoral, Dünkel und verhängnisvolle...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung