Kommentar: Wegen Berlins Sparpolitik bröckelt die Infrastruktur

"Betonkrebs" lässt Straßen bröckeln

Wer in diesen Tagen in Berlin mit dem Auto unterwegs ist, hat es nicht leicht. Beinahe überall wird gebaut, fast nirgendwo gibt es ein Durchkommen. Das nervt, das macht schlechte Laune.

Auch in diesem Fall rächt sich die rigide Sparpolitik der vergangenen Jahrzehnte. Nicht nur die kommunalen Gebäude und Schulen, auch die Straßen und Brücken hat der Berliner Senat sträflich vernachlässigt. Das wird gerade auch an der Rudolf-Wissell-Brücke, Berlins längster Straßenbrücke, deutlich. Dass sich das vor rund 60 Jahren errichtete Bauwerk in einem überaus schlechten Zustand befindet, war Ende der 90er-Jahre schon dem damaligen Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) bekannt.

Doch er war vor allem damit beschäftigt, seine Verwaltung personell kräftig auszudünnen. Betroffen davon waren gerade auch die senatseigenen Bauabteilungen. Viele Infrastrukturpro­bleme wurden vertagt, fast 20 Jahre lang. In der Zeit rollten immer mehr Autos über Berlins Stadtautobahnen, unter ihnen auch immer mehr schwere Lkw, die den dafür nicht konzipierten Brücken noch stärker als zuvor zusetzten. Inzwischen befindet sich jede dritte der insgesamt 252 Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen in einem gerade noch oder nicht ausreichenden Zustand.

Berlin kann Erfolgsgeschichten gut gebrauchen

Bund und Senat haben nun die Reißleine gezogen. Es wird wieder kräftig investiert. Doch jedes einzelne Projekt kostet viel Zeit. Allein für die Sanierung der Fahrbahn auf der Wissell-Brücke werden zwölf Wochen veranschlag...

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