Kommentar: Der utopische Traum vom kurzfristigen Termin beim Bürgeramt

Bis Ende des Jahres sollen Berliner innerhalb von 14 Tagen einen Bürgeramtstermin bekommen (Archiv)

Kennen Sie das Gefühl, wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein? Und sich in die Freude über die gute Nachricht sogleich eine latente Skepsis mischt? So ging es mir, als ich las, dass es in Zukunft möglich sein soll, innerhalb von zwei Wochen einen Termin beim Bürgeramt zu bekommen. In Berlin!

Es ist ein hehres Ziel: Bis Ende des Jahres, dazu fordert die rot-rot-grüne Koalition jetzt den Senat auf, sollen alle Berliner innerhalb von 14 Tagen ihre Anliegen bei den Bürgerämtern erledigen können. Bisher kam es mitunter schon einmal vor, dass ich zwei Monate im Voraus einen Termin vereinbaren musste. Wenn man einen Beruf hat, der auch nur ein kleines bisschen Flexibilität erfordert, kann es schon einmal vorkommen, dass einem just an dem Tag, an dem es endlich so weit ist, etwas dazwischenkommt. In den fünf Jahren, die ich in Berlin lebe, bin ich viermal umgezogen, einen Termin innerhalb der gesetzlichen Frist zur Ummeldung habe ich leider noch nie bekommen.

Froh, dass zurzeit kein Umzug ansteht

Das nicht innerhalb von zwei Wochen zu tun, ist eine Ordnungswidrigkeit. Nur gut, dass man das in der Hauptstadt ohnehin nicht so eng zu sehen scheint. Auf Berlin.de liest man sogar den Hinweis, die Bestätigung eines gebuchten Termins gelte bereits als Nachweis für die Fristeinhaltung. Das heißt, die gute Absicht alleine ist schon genug. Ich hoffe, dass die Koalition ihrem neuen Beschluss nicht eine ähnliche Logik zugrunde legt.

Ist es überhaupt machbar, bis Ende des Jahres eine derartige Ver...

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