Kommentar zu Trump: Der US-Präsident erklärt den Medien den Krieg

Donald Trumps Umgang mit kritischen Medien schwächt die amerikanische Demokratie.

Ben Jacobs hatte nur eine Frage gestellt. Der Korrespondent des britischen „Guardian“ wollte wissen, wie der Kandidat zur geplanten Gesundheitsreform seines Parteifreundes und Präsidenten steht. Das war Greg Gianforte zu viel. „Ich hab die Nase voll von Euch!“, brüllte der Politiker, packte den Journalisten am Hals, warf ihn zu Boden, zerbrach seine Brille und schlug mehrfach auf den Reporter ein. Trotzdem wurde Gianforte gewählt und sitzt nun als stolzer republikanischer Abgeordneter im Parlament.

Fünf Wochen ist es her, dass sich der gewalttätige Angriff auf einen Pressevertreter ereignete. Nicht in Russland. Nicht in der Türkei. Nein: Bei den Nachwahlen für das Repräsentantenhaus im US-Bundesstaat Montana. „Ich weiß nicht, ob uns das schadet oder eher hilft“, erklärte nachher ein republikanischer Abgeordneter offen.

Soweit ist es gekommen in den Vereinigten Staaten, die an diesem Dienstag ihren 241. Geburtstag feiern. Ende des 18. Jahrhunderts nahmen die Gründerväter die Pressefreiheit als ersten Zusatzartikel in ihre Verfassung auf. Heute ist das politische Klima im Land vergiftet, der Präsident bezeichnet die Medien als „Feinde des amerikanischen Volkes“, und selbst physische Übergriffe sind nicht mehr tabu.

Trump meidet gezielt die Medien

Vor diesem Hintergrund muss das Prügel-Video, das Donald Trump über Twitter verbreitet hat, jeden Demokraten alarmieren. Zwar entstand die Aufnahme bereits vor zehn Jahren am Rande eines Wrestling-Schaukampfes, und Trump prügelt auf sein Gegenüber, den Nachrichtensender CNN, nur symbolisch ein. Aber die Botschaft der Bilder ist klar: Der Präsident der mächtigsten Demokratie der...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung