Kommentar zu Trump Junior: Dem Trump-Clan gehen Wahrhaftigkeit und Anstand ab

Auch auf den US-Kongress braucht man nicht mehr hoffen.

Man könnte, wie schon so oft geschehen, einen Text über Donald Trump mit einer Assoziationskette beginnen – Don Donald, Mafia-Filme, finstere Gestalten, die fies grinsen. Aber lassen wir das. Denn die Realität ist noch viel schrecklicher. Die USA werden regiert von einem Clan, wie ihn sich kein Drehbuchautor jemals hätte einfallen lassen können. Das ist leider wahr, und das ist leider vorerst auch nicht zu ändern.

Dass in seinem Wertekanon Wahrheit und Ethos nicht enthalten sind, dass so etwas in seinen Augen bestenfalls für Schwächlinge und Jammerlappen ist, hat Vater Trump hinlänglich beweisen. Die Liste seiner Lügen reicht wahrscheinlich schon bis zum Mond. Bei dem Vorbild wundert es auch nicht, wenn Trumps Sohn Donald Junior, im Übrigen nach Vaters Twitter-Meldung „eine tolle Person, die unser Land liebt“, es seinem alten Herrn nachmacht.

Wir wissen das nur, weil Journalisten ihre Arbeit getan haben. Immerhin diese Kontrolle funktioniert noch in Trump-Land. Sie wollten die Russland-Kontakte des Trump-Sohns veröffentlichen. Der Junior stand daraufhin unter erheblichem Druck und erledigte das selbst über Twitter. Nun weiß die Welt, dass Trump der Jüngere und der Schwiegersohn des Clanchefs, Jared Kushner, im vergangenen Jahr nichts dabei gefunden haben, sich mit Russen zu treffen, von denen sie sich kompromittierendes Material über die Trump-Konkurrentin Hillary Clinton erhofften.

„Ich liebe es“

Das Angebot war offenbar verlockend. Eine „russische Regierungsanwältin“, hieß es in einer Mail an Trump Junior, habe Informationen zu Clinton, „die für Deinen Vater sehr nützlich wären“  und überdies „Teil der Unterstützung Russlands...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung