Kommentar zu Tegel: Der FDP-Vorstoß für Neuwahlen ist reines Kalkül

Für die Liberalen gibt es nichts zu verlieren.

Es ist wie beim Roulette: Wer einmal alles auf die 24 setzt und gewinnt, neigt verständlicherweise dazu, dieser Zahl ein hohes Glückspotenzial zuzuschreiben. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit nicht, dass es erneut funktioniert. Wer bei Trost ist, weiß das – und probiert es nicht noch einmal mit dem gleichen Einsatz.

Tegel-Frage brachte FDP ins Abgeordnetenhaus

Ist die FDP bei Trost? Was das Thema Tegel angeht: durchaus. Jedenfalls machtpolitisch. In Berlin gelang es den Freien Demokraten im Herbst vorigen Jahres, mit diesem Alleinstellungsmerkmal ins Abgeordnetenhaus gewählt zu werden: Der Flughafen Tegel, Tor zur Welt und daher Liebling West-Berlins, soll gefälligst offen bleiben. Höchst geschickt verstanden es die zeitgleich auf Bundesebene wiederauferstehenden Liberalen, mit einem sportiven Jungmänner-Image ein paar wabernde Stadtgefühle zu fokussieren.

Alle Berliner sind unzufrieden mit dem BER-Irrsinn, alle finden, dass in der Hauptstadt überhaupt zu wenig von dem funktioniert, was in einer Stadt nun einmal funktionieren sollte. Und die ewig gleichen Erklärungen, Vertröstungen und Teillösungen nerven nur noch. Da reichte der FDP der Tabubruch Tegel, um Erfolg zu haben. Ein Erfolg in FDP-Dimensionen, wohlgemerkt: Sie kam auf ganze 6,7 Prozent der Stimmen. Mehr nicht. Alle anderen Parteien, bis auf die AfD, waren mit dem bekannten Plan in den Wahlkampf gezogen, den Airport zu schließen und darauf einen Hightech-Park samt Wohnungen zu bauen. Diese Parteien – SPD, Linke, Grüne und damals auch noch die CDU – erreichten zusammen 70 Prozent der Stimmen.

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