Kommentar: Strategie gegen den Müllberg

Beim Kaffeebecher setzt der Senat auf Freiwilligkeit. Funktioniert das nicht, muss nachgeschärft werden, mein Andreas Abel.

Der Senat will den Berlinern im Verbund mit den Anbietern schmackhaft machen, den Coffee to go künftig aus einem Mehrwegbecher zu trinken. Es ist gut, dass sich Landesregierung und Abgeordnetenhaus dieses Themas annehmen. Rund 460.000 Einwegbecher gehen in Berlin täglich über die Tresen, im Jahr also knapp 170 Millionen. Das sind rund 2400 Tonnen Müll, von dem ein gehöriger Teil auf der Straße und in Parks landet. Eigentlich ein Wahnsinn, zumindest aber ein Phänomen, das Umweltpolitiker nicht ignorieren können.

Die nun in Berlin geplante Regelung ist allerdings recht locker-leicht, fürs Erste will offenbar niemand dem Verbraucher zu nahe treten. Wer einen Mehrwegbecher benutzt, soll 20 Cent Rabatt erhalten. Wer weiterhin die bequeme Pappe ordert, zahlt denselben Preis wie bisher. Warum eigentlich?

Was nicht geht, ist, das Problem des Bechermülls auf die Allgemeinheit abzuwälzen

Eine Differenz von 50 Cent – in beide Richtungen verteilt – würde sicherlich mehr Menschen animieren, zum Mehrwegbecher zu greifen. Wer im Kaufhaus oder im Supermarkt eine Plastiktüte braucht, muss sie auch extra bezahlen. Das hat weder den Untergang des Abendlandes ausgelöst noch die Bürger auf die Barrikaden getrieben. Es hat allerdings den Plastiktütenumsatz reduziert.

Ein zentraler Punkt für den Erfolg des Mehrwegsystems beim Unterwegs-Kaffee wird die Hygiene sein. Voraussichtlich werden viele Berliner nicht ständig ihren eigenen Becher in Rucksack oder Handtasche mit sich rumschleppen wollen, sondern ...

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